Gib dem ”Winterblues“ keine Chance - Die Bergamotte, das „Duftwunder aus Kalabrien“ 12.04.2016 08:39

Gib dem ”Winterblues“ keine Chance - Die Bergamotte, das „Duftwunder aus Kalabrien“

Dezember – kalt, nebelig, dunkel, wenig Sonnenschein und oft auch trüb. Trüb wie die Stimmung, die manchmal auf unsere Seele drückt. Obwohl wir im Dezember eine Fülle an Familienfesten feiern und wir Grund zum Fröhlich sein haben, ist uns gar nicht zum Lachen zumute. Viele Menschen fühlen sich traurig, niedergeschlagen, betrübt, antriebsschwach. Aber sehen wir uns doch mal näher an, warum dieser saisonal bedingte Winterblues vorkommt.

Winterschlaf wie die Murmeltiere
In dieser Jahreszeit gibt es naturgemäß in unseren Breitengraden weniger natürliches Tageslicht. Die Sonne geht später auf und auch früher wieder unter, bedingt durch den Neigungswinkel der Erde. Der Mangel an Sonnenlicht wurde als vordergründige Ursache festgestellt. Viele Menschen fühlen sich müde, klagen über zu wenig Schlaf. Leider können wir es den Tieren hier nicht nachmachen. Viele halten einfach einen ausgedehnten Winterschlaf. Auch unser Körper verlangt nach mehr Ruhe und stellt sich auf diese Situation ein. Er verlangsamt den Stoffwechsel. Wir leben aber in einer immer mehr fordernden Leistungsgesellschaft, welche uns ein derartiges zurückschalten, wie es uns die Natur vormacht, nicht erlaubt. Nicht immer reichen hier vermehrte Spaziergänge in der frischen Winterluft aus. Auch vitaminreiche und gesunde Ernährung spielen bei diesen Symptomen eine große Rolle, genügen aber auch nicht immer um den „Winterblues“ zu verhindern. Einige Menschen können mit diesen Umständen besser umgehen als andere. Einen Trost gibt es trotzdem, sobald die Tage wieder länger werden und der Frühling sich nähert, ist es vorbei mit dem saisonal bedingten Winterblues (vgl. Himmerich, 2014, S. 57–99).

Kleine, aber machtvolle Zirbeldrüse
Bedingt durch das verringerte natürliche Tageslicht produziert unsere Zirbeldrüse weniger Serotonin (unser „Wohlfühl“-Hormon). Das heißt, in der dunkleren Tageszeit produziert daher die Zirbeldrüse vermehrt Melatonin, welches durch das ungenügende natürliche Tageslicht nicht so gut abgebaut werden kann. Das Melatonin ist ein Hormon, welches in unserem Körper den Wach-Schlaf-Rhythmus steuert. Es fördert das Einschlafen und reguliert unter anderem auch unser Schlafverhalten. Die Zirbeldrüse ist auch für unseren physischen und psychischen Alterungsprozess verantwortlich, das heißt produzieren wir zu wenig Melatonin, wird dieser Prozess beschleunigt. In der Studie „The human pineal gland and melatonin in aging and Alhzeimer‘s disease“ aus dem Jahre 2005 konnte dies bereits festgestellt werden¹

Aber zurück zum Winterblues. Es ist also kein Wunder, wenn wir uns des Öfteren schlapp, müde und sogar traurig fühlen, obwohl sich unser übliches Schlafverhalten nicht verändert hat. Was können wir also, neben vermehrten Spaziergängen, guter Ernährung mittels Omega-3-Fettsäuren und gamma-Linolensäure (wie z. B. in unserem neuen Bio Hanföl oder dem wertvollen Bio Borretschöl), sonst noch tun?

Sehen wir uns doch das ätherische Öl aus der Schale der Bergamotte näher an. Öffnen wir das Fläschchen und erfreuen wir uns am daraus entströmenden Duft. Sogleich steigen viele Erinnerungen in unserem Gedächtnis auf. Wir fühlen uns zurückversetzt an einen wunderschönen, strahlenden Sommertag. Vielleicht fühlen wir uns augenblicklich nach Süditalien versetzt?! Sitzen inmitten grüner, gelb leuchtender Haine. Sanfte Wiesen umstreichen die Landschaft. Es duftet aber nicht nur nach einer Zitrusfrucht. Ein harmonisch, sanfter Lavendelduft mischt sich zur Zitrusnote dazu. Ja und das ist auch das große Duftgeheimnis dieser Frucht. Die einzigartige Kombination der Inhaltsstoffe macht es zu einem ganz besonderen Agrumenöl (ital. „agrumi“; Sauerfrüchte). Das ätherische Öl wird durch Kaltpressung der Schale gewonnen, besitzt eine grün-gelbliche Färbung und verfügt über ausgleichende und stimmungsaufhellende Eigenschaften. Es verhilft uns die Antriebs- und Lustlosigkeit besser zu überwinden. (vgl. Werner/Braunschweig, 2014, S. 107). Woher die Frucht ursprünglich kommt, weiß man leider nicht so genau. Viele Theorien umranken dieses Mysterium. Manchmal ist es wirklich zu schade, dass wir nicht in der Geschichte zurückblicken können.

Heute wächst sie z. B. auf einem schmalen Landstrich in Italien in der Region Kalabrien. Sie hat nicht nur ihren eigenen unverkennbaren Duft, sie mag es auch nicht zu heiß oder zu kalt, nicht zu nass und nicht zu trocken, aber sie mag auch nicht in schwindelerregenden Höhen wachsen. Sie ist wirklich sehr eigenwillig. Das ätherische Öl der Bergamotte, Citrus bergamia, zählt zu den sogenannten Kopfnoten und besteht aus drei Hauptinhaltsstoffen. Diese kennen wir auch schon von anderen Aromapflanzen. Dies sind zum einen das Linalylacetat (ein Monoterpenester auf den wir auch im Lavendelöl treffen) – nicht umsonst gibt es den Ausspruch „das Bergamottenöl ist der Lavendel unter den Zitrusschalenölen“,  zum anderen das Limonen (ein Monoterpen z. B. in allen Zitrusschalenölen enthalten) und das Linalool (ein Monoterpenalkohol u. a. auch im Lavendelöl anzutreffen). In Spuren sind auch noch ein sehr interessanter aromatischer Ester, das Methylanthranilat und bis zu 5 % Furocumarine enthalten (vgl. Werner/Braunschweig, 2014, S. 106). All diese Komponenten sind in der Bergamotte vereint und hellen unsere Stimmung auf.

Ein Ester, wie das Linalylacetat, steigert unser Wohlbefinden und hat die Möglichkeit regulierend auf unsere Serotoninausschüttung Einfluss zu nehmen. Die vermehrte Serotoninausschüttung bewirkt, dass wir uns zunehmend heiter und gelassen fühlen und somit „düstere Stimmung“ keine Chance hat. Das Linalool, ein Monoterpenalkohol, besitzt das Potenzial, stimulierend und erhellend auf unser Gemüt, wie bei Mutlosigkeit, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung, einzuwirken. Der sogenannte aromatische Ester, das Methylanthranilat kann die Serotonin- und Endorphinausschüttung aktivieren und somit wird seelischer Schmerz und Kummer reduziert. Zu all dieser besonderen Inhaltsstoffkombination kommt noch das Furocumarin hinzu. Dieses beeinflusst ebenso die Zirbeldrüse, durch seine stark seelisch aufhellenden Eigenschaften und damit auch das verbleibende Melatonin, das wie schon erwähnt, in der dunkleren Jahreszeit vermehrt in unserem Körper bleibt (vgl. Werner/Braunschweig, 2014, S. 56, 59, 60).
Der Duft der Bergamotte hat wirklich viel Positives für uns parat und kann uns in der lichtärmeren Jahreszeit, zu mehr Vertrauen, Mut und fröhlicher Stimmung verhelfen. Wenn Ihr jetzt noch mehr Stimmungsaufhellendes braucht, dann trinkt doch zwischendurch mal einen Earl Grey Tee oder genießt ein Stück Schokolade.

Weiters könnt Ihr z. B. Hanf- und Borretschöl als zusätzliche Kraftquelle für eure Psyche nützen.
Anwendungstipp: Einmal täglich 1 Teelöffel entweder pur oder mit einem Fruchtmus, Müsli usw. vermengt, über einen Zeitraum von 6 – 8 Wochen, genießen.

Vorsicht: Im ätherischen Bergamottenöl befinden sich, wie schon erwähnt, Furocumarine. Diese erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut und können unter Einwirkung von UV-Strahlung Hautreizungen hervorrufen (vgl. Werner/Braunschweig, 2014, S. 107, 108). Sprich nach Hautanwendung pralles Sonnenlicht meiden!

¹ vgl. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15725334 Wu YH., Swaab DF. J. Pineal Res. 2005; 38:145–152 Doi:10.1111/j.1600-079X.2004.00196[28.9.2015]

Anwendungstipps:
Duftlampe
3 Tropfen Bergamotte bio
3 Tropfen Grapefruit bio
1 Tropfen Atlaszeder bio

Dufttuch
für unterwegs oder wenn die Verwendung einer Duftlampe nicht möglich ist
1 - 2 Tropfen Bergamotte auf ein Taschentuch oder einen Tupfer träufeln. Das Duftfleckerl kann jetzt jederzeit in der Hand gehalten werden, um öfter daran zu schnuppern, oder auch am Schreibtisch in der Nähe abgelegt werden.

Raumspray
100 ml Aromaspray Basis, duftneutral
20 Tropfen Bergamotte bio
10 Tropfen Grapefruit bio
5 Tropfen Atlaszeder bio
5 Tropfen. Neroli bio 10 %
3 Tropfen Angelikawurzel bio
3 Tropfen Cistrose bio
3 Tropfen Vanille-Extrakt bio
Bei Bedarf einige Sprühstöße im Raum verteilen.


Literaturverzeichnis:
Himmerich, H. (2014): Winterblues – Das Wohlfühlbuch gegen die Herbst- und Winterdepression. 1. Auflage. Freiburg im Breisgau: Kreuz Verlag in der Verlag Herder GmbH
Werner, M. / von Braunschweig, R. (2014): Praxis Aromatherapie – Grundlagen-Steckbriefe-Indikationen. 4. Auflage. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag


Nachzulesen in: Deutsch-Grasl, E., Reischer, W. (2015): Gib dem ”Winterblues“ keine Chance - Die Bergamotte, das „Duftwunder aus Kalabrien“. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 5. Ausgabe, S. 4-5.
issuu.com/evivre/docs/aromapflegemagazin_2015-5_issuu

Bildverzeichnis: Vorschau, Header: © Waltraud Reischer, Duftlampe: aromapflege.com

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