Von Anfang an: Natürliche Hautpflege für unsere Kleinsten 08.04.2016 11:29

Von Anfang an: Natürliche Hautpflege für unsere Kleinsten

Bereits während der Schwangerschaft machen sich werdende Eltern Gedanken über eine natürliche Baby-Hautpflege. Die Pflegeprodukte sollen die empfindliche Babyhaut nicht zusätzlich belasten, die Hautporen wollen atmen und nicht mit irgendwelchen chemischen Zusätzen „belagert“ werden.

Die gesunde Haut ist unser „Schutzschild“ nach außen und unser größtes Organ (vgl. www.schuelke.com). Die Babyhaut ist jedoch um ein vielfaches dünner, als jene von Erwachsenen und die Haut unserer Kleinsten muss den eigenen Hautsäureschutzmantel erst noch entwickeln (vgl. www.springermedizin.at). Nach der Geburt ist die Haut des Neugeborenen meist noch mit der sogenannten Käseschmiere bedeckt, der erste natürliche Hautschutz. Erst ab dem Zeitraum des 3. und 6. Lebensmonats funktioniert die schützende Talgproduktion (vgl. www.onet.at/kh-lienz).

Besonders wertvoll in der täglichen Babypflege – Mandelöl süß und Rosenblütenwasser
Der Mandelbaum und die Rose haben einiges gemeinsam. Sie gehören beide zur Familie der Rosengewächse. Das Rosenblütenwasser (vgl. Zimmermann, 2013, S. 89) und das fette Pflanzenöl aus den süßen Mandeln werden seit Jahren für die Hautpflege der Babys eingesetzt (vgl. von Braunschweig, 2008, S. 84; Krist, 2013, S. 464).

Ruth von Braunschweig bezeichnet das Mandelöl als den Klassiker in der Hautpflege. Bereits in der Antike galt es als „das“ Öl für die Schönheitspflege und das ist es bis heute geblieben. In der Aromapflege setzen wir nur das fette Pflanzenöl aus der süßen Mandel (Prunus dulcis var. dulcis) ein. Seine besondere Stärke liegt im hohen Anteil der Ölsäure (bis zu 80 % - Omega-9-Fettsäure). Diese trägt dazu bei, dass sich unsere Haut weich und geschmeidig anfühlt. Das Pflanzenöl lässt sich gut auf der Haut verteilen und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt. Trockene, spröde, schuppige Haut vom Baby bis zur Altershaut freut sich deshalb über eine regelmäßige Anwendung mit Mandelöl süß (vgl. v. Braunschweig, 2012, S. 83-84).



Mandelöl
Ölsäure ca. 80 %, Linolsäure ca. 15 - 20 %, gesättigte Fettsäuren ca. 6 %, Fettbegleitstoffe (v.a. alpha-Tocopherol) bis zu 1,5 %
(vgl. v. Braunschweig, 2012, S. 84)

 


Für die Anwendung eines Rosenhydrolates in der Aromapflege, auf Haut und Schleimhaut, gibt es einiges zu beachten (vgl. Zimmermann, 2013, S. 18-20): Die Flasche sollte unbedingt mit einem Sprüher versehen sein, denn ein Hydrolat kann aufgrund seiner Wasserkomponente relativ rasch verkeimen. Bei Auftreten von Schlieren/Trübungen generell nicht mehr anwenden.

Das rosig duftende Blütenwasser (Rosa x damascena) ist ideal zur Feuchtigkeitsregulierung der Babyhaut. Das Hydrolat ist besonders mild wirksam einsetzbar bei empfindlicher Babyhaut, wie z. B. im Windelbereich und bei geröteter und gereizter Haut. Es vermittelt Geborgenheit und schafft eine angenehme, ruhige Atmosphäre. Auch Hildegard von Bingen wusste bereits um die lindernden Eigenschaften der Rosenblüten Bescheid. Sie empfahl diese zur Linderung bei gereizten, geröteten Augen (vgl. Fischer-Rizzi, 2014, S. 252).

Der Babynabel braucht besondere Pflege und Aufmerksamkeit
Die Nabelpflege ist ein wesentlicher Bestandteil der Säuglingspflege. Ist die Haut intakt, muss nicht auf ein antibiotisches Puder zurückgegriffen werden. Das Rosenhydrolat ist hier eine wertvolle Alternative.
Zweimal täglich wird mit dem Hydrolat der Nabelschnurrest mit einem Wattestäbchen vorsichtig gereinigt. Bei jedem Wickelvorgang tragen Sie, statt einem Puder das Reispulver auf die trockene Haut auf. Hierbei handelt es sich um feinst pulverisierten Reis, der von Enzymen gereinigt und von den Zellwänden befreit wurde. Reispulver lindert gerötete Hautstellen. Besonders handlich ist das Reispulver in einer Streudose, so ist es auch vor Kontamination mit Keimen geschützt und es kann keine Feuchtigkeit anziehen und somit nicht verklumpen (Deutsch/Buchmayr/Eberle, 2013, S. 278). Die Nabelpflege wird mit dem Rosenblütenwasser und dem Reispulver solange durchgeführt, bis Sie den eingetrockneten Nabelschnurrest in der Windel vorfinden. Abschließend den Nabelbereich noch 2 Wochen weiterpflegen, damit der Wundbereich gut abheilt.

Hautrötungen im Windelbereich
Während der gesamten Wickelzeit, kann es immer wieder, z. B. aufgrund von Wärmestau und/oder längerem Nässekontakt, zu Rötungen im Windelbereich kommen. Während dieser Phase sind häufiges Windelwechseln und eine hautschützende Pflege notwendig (vgl. Werner/v. Braunschweig, 2014, S. 325).

Prophylaktisch kann mit süßem Mandelöl und Rosenblütenwasser gepflegt werden. Hier eignen sich hervorragend selbstgemachte Feuchttücher.

Die Herstellung ist denkbar einfach:
Sie benötigen ein Laborglas, einen Glasrührstab, Wattepads oder weiche Tupfer, eine gut verschließbare Aufbewahrungsbox, süßes Mandelöl und Rosenblütenwasser, Küchenrolle und 70%igen Alkohol.

Zuerst reinigen Sie das Laborglas, den Glasrührstab und die Aufbewahrungsbox mit einer mit Alkohol benetzten Küchenrolle. Legen Sie die Wattepads oder Einmaltupfer auf einen Stapel neben die Box. Dann füllen Sie 3 Teile Rosenwasser ins Laborglas und 1 Teil Mandelöl süß. Nun rühren Sie mit dem Glasrührstab die Mischung gut durch. Dann nehmen Sie einen Wattepad oder Tupfer und tränken diese in der gut verschließbaren Aufbewahrungsbox mit der Öl-Wassermischung, anschließend legen Sie ein weiteres Wattepad/Einmaltupfer darauf, tränken diesen wieder usw..

Nicht vergessen:
Die Mischung (Mandelöl-Rosenwasser) immer wieder gut durchmischen, da sich die beiden Komponenten nicht verbinden!
Am besten fertigen Sie auch keine allzu große Menge (für max. 2 - 3 Tage) von den selbstgemachten Feuchttüchern an, damit eine Verkeimung verhindert werden kann.
Diesen Anwendungstipp habe ich schon des Öfteren weitergegeben und die Feedbacks der Mütter waren durchwegs positiv.
Viel Freude und Erfolg mit der natürlichen Hautpflege von Anfang an.

Literaturverzeichnis:
www.onet.at/kh-lienz/angebot/medizinisch/paediatrie/8_Babypflege.php
www.schuelke.com/download/pdf/cde_lde_Poster_FunktionenderHaut_adv.pdf www.springermedizin.at/artikel/14909-babyhaut-und-ihre-pflege
von Braunschweig, R. (2012): Pflanzenöle – Qualität, Anwendung und Wirkung. 4. Auflage. Wiggensbach: Stadelmann Verlag
Deutsch, E. / Buchmayr, B. / Eberle, M. (2013): Aromapflege Handbuch. 2. Auflage. Pflach: Aromapflege GmbH
Fischer-Rizzi, S. (2014): Das große Buch der Pflanzenwässer – Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten. 1. Auflage. Aarau und München: AT-Verlag
Krist, S. (2013): Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. 2. Auflage. Wien: Springer Verlag
Werner, M. / von Braunschweig, R. (2014): Praxis Aromatherapie - Grundlagen, Steckbriefe, Indikationen. 4. Auflage. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH Co KG
Zimmermann, E. (2013): Hydrolate – Pflanzenwässer eine vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege. 1. Auflage. Pflach: Aromapflege GmbH

Nachzulesen in: Stampf, A. (2015): Von Anfang an: Natürliche Hautpflege für unsere Kleinsten. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 3. Ausgabe, S. 10-11.
issuu.com/evivre/docs/aromapflegemagazin_2015-2_issuu

Autorin:
Alexandra Stampf ist diplomierte Kinderkrankenschwester und hat in unterschiedlichsten Pflegebereichen 17 Jahre Berufserfahrung gesammelt. Schon vor Jahren hat sie ihre Liebe zu den ätherischen Ölen entdeckt und seither sind diese aus ihrem privaten und auch beruflichen Leben nicht mehr wegzudenken. Als Mutter von 2 Kindern und durch ihren Beruf als Kinderkrankenschwester hat sie viel Erfahrung über den Einsatz ätherischer Öle bei Babys und Kindern gesammelt. Neben der Ausbildung zur ärztlich geprüften Aromapraktikerin, die sie bei Eliane Zimmermann in Wien und Irland absolviert hat, hat sie die Weiterbildung „Komplementäre Pflege – Aromapflege“ sowie zahlreiche weitere Kurse zum Thema ätherische Öle besucht. Im Bereich der Palliativ Care hat sie durch ihren beruflichen Werdegang sowie durch zahlreiche Praktika auf diesem Gebiet Erfahrung gesammelt und verknüpft dieses Wissen nun mit der Aromapflege.

Seminartipp:
Kinderwelten Teil 1 » Ätherische Öle für unsere Kleinen – natürliche Pflege von Anfang an! « für Kinder von 0 - 6 Jahre
Dauer/Zeit: 1 Tag in Wien / 9.00 – 17.00 Uhr
Zielgruppe: interessierte Laien (Voraussetzung ist ein Basiswissen über ätherische Öle, wie es z. B. im Seminar „Grundlagenwissen“ vermittelt wird)
Gebühr: € 125,-- inkl. 20 % MwSt, Seminarunterlagen und Pausengetränke

Bildverzeichnis: Mandel: © margo555 - Fotolia.com, Header: © aynur_sh - Fotolia.com, Vorschau: © Lorelyn Medina - Fotolia.com

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