Praktische Tipps zur richtigen Dosierung 06.04.2016 14:19

Praktische Tipps zur richtigen Dosierung

Aufgrund einiger Mails bezüglich Anregungen und Tipps zur ersten Ausgabe möchten wir uns eingehender mit dem Thema Dosierungsempfehlung beschäftigen:

Die Aromapflege grenzt sich von der Aromatherapie auch durch die deutlich niedrigere Dosierung ab. Wir gehen immer von einer ausgewogenen, wohlduftenden, wirksamen und hautfreundlichen Zusammenstellung der Aromapflegeprodukte aus.
Die Wahl der Dosierung hängt von folgenden Faktoren ab: vom Alter, der Hautbeschaffenheit, der körperlichen und seelischen Befindlichkeit. In der Aromapflege wenden wir eine Dosierung von 0,1 - 3 % an, damit werden die physiologischen Abläufe des Körpers unterstützt und reguliert.

Dies entspricht der praktischen Umsetzung der „Arndt-Schulze-Regel“, welche Folgendes besagt: „Schwache Reize fachen die Lebenstätigkeit an, mittlere Reize fördern sie, starke Reize heben sie auf bzw. führen zum Zelltod“.

Das bedeutet in Relation für die Zubereitung eines Aromapflegeproduktes:

niedrige Dosierungen: bis zu 1 % für großflächige Anwendungen
mittlere Dosierungen: 1 - 2 % für Anwendungen in Teilbereichen
hohe Dosierungen: 2 - 3 % für kurzfristige, lokale Anwendungen
höhere Dosierungen gehören in den aromatherapeutischen Bereich.

Beispiel für eine 1%ige Zubereitung: (gültig für eine Mischung ätherischer Öle in einem fetten Pflanzenöl)

Zur Berechnung:
1 ml ätherisches Öl entspricht ca. 20 gtt/Tr (Tropfen) = 0,9 g
20 gtt (0,9 g) in 100 ml fetten Pflanzenöl = 1%ig
10 gtt (0,45 g) in 50 ml fetten Pflanzenöl = 1%ig
  2 gtt (0,09 g) in 10 ml fetten Pflanzenöl = 1%ig
  1 gtt (0,045 g) in 5 ml fetten Pflanzenöl = 1%ig

Dosierungsindikationen:
a. Die niedrige Dosierung hat sich bewährt:

  • bei der täglichen Hautpflege
  • bei großflächigen und länger andauernden Anwendungen
  • bei zarter, empfindsamer, dünner Haut, die zu Rötung neigt
  • bei Anwendung an Schleimhäuten (z. B. Mundpflege)
  • zur Stärkung des Immunsystems
  • zur Unterstützung der psychischen Gesundheit (z. B. bei Stress, Ängsten, Traurigkeit, …)
  • bei Kindern, Schwangeren, älteren Menschen sowie psychisch labilen Menschen
  • für die zeitweise Ganzkörperpflege bei Säuglingen (niedrige Dosierung bei Säuglingen ist eine max. 0,5%ige Mischung)
  • bei Menschen, deren Organismus durch Krankheit und Medikamente geschwächt ist

b. Die mittlere Dosierung hat sich bewährt:

  • bei Teilkörperanwendungen, wie z. B. Einreibungen zur Pneumonie-, Dekubitus-, Kontrakturen-, Intertrigoprophylaxe
  • bei der Narbenpflege
  • für die zeitweise Teilkörperanwendung bei Säuglingen (mittlere Dosierung bei Säuglingen ist eine max. 1%ige Mischung), z. B. Baby-Bäuchleinöl

c. Die hohe Dosierung hat sich bewährt:

  • bei lokalen und kurzzeitigen Anwendungen, wie z. B. zur unterstützenden Schmerzlinderung des Kniegelenkes, der Rückenmuskulatur, u.v.m.

Hier bewegen wir uns meist im therapeutischen Bereich, der somit den mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich betrifft (vgl. Deutsch-Grasl, Buchmayr, Fink, 2015, S. 34–35).

Literaturverzeichnis:
Deutsch-Grasl, E. / Buchmayr, B. / Fink, M. (2015): Aromapflege Handbuch – Leitfaden für den Einsatz ätherischer Öle in Gesundheits-, Krankenpflege- und Sozialberufen. 3. Auflage. Pflach: Aromapflege.com

Nachzulesen in: Deutsch-Grasl, E., Reischer, W. (2015): Praktische Tipps zur richtigen Dosierung. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 2. Ausgabe, S. 12.
issuu.com/evivre/docs/aromapflegemagazin_2015-1_issuu

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