Waldmeisterbowle 18.04.2016 08:14

Waldmeisterbowle

Waldmeister, in der botanischen Sprache Galium odoratum genannt, gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Diese uralte Heilpflanze ist fast in Vergessenheit geraten, gäbe es diese schmackhafte Maibowle nicht. Das erste Rezept gab es bereits im Jahre 854, kreiert von einem Benediktinermönch.

Der Duft vom Waldmeister, der an frisch geschnittenes Heu im Sommer erinnert, wirkt nicht nur stimmungsaufhellend, sondern gibt den folgenden Rezepten eine interessante Geschmacksnote.

Der Waldmeister wird für die Bowle vor der Blüte gesammelt und für Heilzwecke nach der Blüte. Diese Pflanze muss man an welken lassen. Erst dann entfalten sich die Inhaltsstoffe (Cumaringlykoside), die für diesen typischen süßlichen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. In größeren Mengen können die Cumarine allerdings Kopfschmerzen bzw. Übelkeit auslösen. Diese Bowle eignet sich zum Beispiel hervorragend als Aperitif. Ein bis zwei Gläschen darf man schon genießen.

Waldmeisterbowle ohne Geist
Ein Sträußchen Waldmeister (15 - 17 Stängel) pflücken und anwelken lassen. In ein Gefäß hängen und in einem halben Liter naturtrüben Bio-Apfelsaft ansetzen. Zugedeckt lässt man diesen Ansatz für zwei bis drei Stunden ziehen. Zum Schluss wird dieses wohlschmeckende Getränk mit Sodawasser oder Mineral (Menge nach Geschmack) aufgegossen.

Waldmeisterbowle mit Geist
Ein Sträußchen Waldmeister (15 - 17 Stängel) pflücken und anwelken lassen. In ein Gefäß hängen und mit einer Flasche trockenem Weißwein übergießen. Zugedeckt wird dieser Ansatz für zwei bis drei Stunden kühl gestellt. Nach der Stehdauer wird auch noch ein wenig Zucker oder Agavensirup hinzugefügt. Wenn Zucker verwendet wird, dann löst man ihn in wenig warmem Wasser auf und fügt dies zum Ansatz dazu. Anschließend wird die Bowle mit Prosecco oder Sekt aufgefüllt.
Besonders gut als Frucht zum Herauslöffeln passt leicht gedünsteter Rhabarber bzw. Rhabarberkompott oder passend zur Jahreszeit auch Erdbeeren.

Literaturverzeichnis:
Fischer-Rizzi, S. (2011): Medizin der Erde - Heilanwendung, Rezepte und Mythen unserer Heilpflanzen. 5. Auflage. München: AT Verlag

Bildverzeichnis: © pixabay

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