Kokos - die unterschätzte Frucht vom „Baum des Lebens“ 06.04.2016 14:00

Kokos - die unterschätzte Frucht vom „Baum des Lebens“

Obwohl die Kokospalme an jedem tropischen Küstenabschnitt zu finden ist, wundert es uns, dass die Verwendung von Kokosöl so wenig verbreitet ist. Es ist nicht nur eine wahre Wohltat für die Pflege von Haut und Haar, sondern es ist auch lecker in der Aromaküche und somit die perfekte Nahrung für unser Gehirn.

Unser Kokosöl oder auch Kokosfett „VCO“ wird aus dem Fruchtfleisch, auch Kopra genannt, gewonnen. Vor der Pressung in einer Ölmühle muss das Fruchtfleisch zerkleinert und getrocknet werden. Die Bezeichnungen Fett oder Öl richten sich nach der Konsistenz des Produktes und diese verändert sich je nach Zimmertemperatur.
Das Fett schmilzt bereits bei ca. 24°Grad C und wird nicht raffiniert bzw. desodoriert, damit bleiben die wunderbaren Inhaltsstoffe und sein verführerischer Duft erhalten.

Spezielles Fettsäurenmuster
Die außergewöhnlichen Wirkungen für Mensch und Tier leiten sich vom speziellen Fettsäuretyp ab. Es hat zwar ungefähr 92 % gesättigte Fettsäuren, diese sind jedoch in besonderer Zusammensetzung im Kokosfett vorhanden. Circa 50 % dieser gesättigten Fettsäure, ist eine mittelkettige Fettsäure. Gesättigte Fettsäuren gibt es in der Natur in Form von kurz-, mittel- und langkettiger Variante.

Mittelkettige Fettsäure - Laurinsäure
Diese spezielle „mittelkettige“ Säure, die Laurinsäure, ist leicht verdaulich. Sie wird schnell von unserer Schleimhaut aufgenommen. Laut der Expertin, Ruth von Braunschweig, werden die Regeneration der Darmschleimhaut und das Wachstum körpereigener „guter“ Darmbakterien gefördert. Zudem kann diese Fettsäure verschiedene schädliche Bakterien und Pilze in ihrem Wachstum hemmen.
(vgl. von Braunschweig, 2010, S. 18-19)

Auch wirksam in der Tierpflege
Die Laurinsäure ist nicht nur gut für uns Menschen, nein auch unsere Tiere profitieren davon. Wie eine aktuelle Studie bestätigt, hat die Laurinsäure eine abschreckende Wirkung auf Zecken. Entdeckt wurde dies von Prof. Dr. Monika Hilker, Dr. Olaf Kahl und Dr. Hans Dautel aus der Arbeitsgruppe „Angewandte Zoologie/Ökologie der Tiere“ an der FU Berlin. Sie testeten verschiedene Laurinsäurelösungen auf ihre Wirksamkeit gegen Zecken. Die behandelten Stellen wurden zwischen 81 und 100 Prozent durch die Zeckennymphe gemieden. Beim Test mit freiwilligen Probanden war die Laurinsäure bei 75 bis 88 Prozent erfolgreich und der Schutz blieb circa 6 Stunden wirksam. Die Zecken mieden gänzlich die behandelten Hautstellen bzw. die Zecke ließ sich schneller wieder abfallen.

Quelle: Dautel H, Kahl O, Siems K, Oppenrieder M, Müller-Kuhrt L & Hilker M (1999). A novel test system for the detection of tick repellents.Entomol. Exp. Appl. 91: 431-441.

Persönlicher Hinweistipp für Hunde:
Nicht nur als Repellent, sondern auch für ein samtig weiches glänzendes Fell.
Dafür reicht es aus, eine geringe Menge des Kokosöles/-fettes über das Fell zu streichen. Dieses lässt sich dann leichter kämmen und das Fell bekommt einen seidig schimmernden Glanz.
1 TL pro Tag ins Futter, zur Optimierung auch äußerlich anwendbar.

Pflegender Kokosbalsam für private Zwecke – schnell und einfach selbst gemacht: Füllen Sie in einen 30 ml Tiegel Kokosfett ein und lassen Sie es bei Zimmertemperatur bzw. auch in der Nähe eines Heizkörpers sanft schmelzen – wird bei einer Temperatur unter 24 °C wieder fest. Fügen Sie nun ca. 5 Tropfen ätherische Öle Ihrer Wahl bei, wie z. B. 1 Tr. Tonkabohne, 2 Tr. Mandarine und 1 Tr. Myrrhe – weihnachtlich oder doch exotisch?! – oder 5 Tropfen der Duftmischung Geborgenheit. Viel Freude beim Mischen und Anwenden.


Literaturverzeichnis:
von Braunschweig, R. (2010): Pflanzenöle, Qualität, Anwendung und Wirkung. 4. Auflage. Wiggensbach: Stadelmann Verlag
Gonder, U. (2013): Kokosöl (nicht nur) fürs Hirn! 3. Auflage. Lünen: systemed Verlag
Fife, B. (2014): Kokosöl - Das Geheimnis gesunder Zellen. 3. Auflage. Rottenburg: Kopp Verlag


Nachzulesen in: Deutsch-Grasl, E., Reischer, W. (2015): Kokos - die unterschätzte Frucht vom „Baum des Lebens“. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 2. Ausgabe, S. 10.
issuu.com/evivre/docs/aromapflegemagazin_2015-1_issuu

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