Aromapflege - unserem Berufsbild einen Schritt näher 12.04.2016 08:12

Aromapflege - unserem Berufsbild einen Schritt näher

Mit gutem Grund führt unsere Berufsbezeichnung der diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester/pfleger das Wort Gesundheit an erster Stelle.

Obwohl leere Finanzkassen, fehlendes Pflegepersonal und mancherorts überfüllte Krankenhäuser es uns im Stationsalltag immer schwerer machen uns dem Patienten über das notwendigste Maß hinaus zu widmen, bieten genau dieser Bereich der prophylaktischen und präventiven pflegerischen Maßnahmen ein maßgebliches Potenzial, um das marode Gesundheitssystem wieder in die richtige Richtung zu leiten.

Die Aromapflege gilt als anerkannte komplementäre Pflegemethode, mit der es uns gelingt auf einfache Art und Weise dem Patienten Wohlbefinden zu vermitteln, seine Selbstheilungskräfte anzuregen und somit den Genesungsprozess zu fördern. Dadurch kann auch oft die Aufenthaltsdauer verkürzt werden.

Genau diese prophylaktischen und präventiven pflegerischen Maßnahmen sind es, die zum eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich der DGKS/DGKP gehören und unserem Beruf somit ein sehr breit gefächertes Feld an Möglichkeiten verleiht.

Auch wenn die Aromapflege mancher Orts immer noch auf Gegenwind stößt, gehört sie in zahlreichen Kranken – und Pflegeeinrichtungen bereits zum Pflegestandard und ist, dank der großen Erfolge, aus dem Stationsalltag nicht mehr wegzudenken. Meine Faszination dieses Thema betreffend ist durch meine Seminare, meine Aromapflegeprodukte und das Aromapflegehandbuch hinreichend bekannt, darum möchte ich heute versuchen, Sie mit Hilfe einiger Gastkommentare für das Thema Aromapflege zu begeistern.

»Gerade bei unseren pflegebedürftigen Patienten im Wachkomabereich können wir seit geraumer Zeit durch die natürliche Hautpflege im Sinne der Aromapflege eine deutliche Verbesserung des Hautbildes feststellen. Auf Grund der verbesserten Widerstandskraft der Haut kommt es zu weniger Hautproblemen. In diesem extrem pflegeaufwendigen Bereich verwenden wir die Aromapflege auch sehr erfolgreich für atemstimulierende Einreibungen.«
(Regina Hermann, Pflegedienstleitung, SeneCura Sozialzentrum Purkersdorf)

»Für unser Pflegeteam in der Klinik Bad Pirawarth ist die Aromapflege mittlerweile zu einem ganz wichtigen Teil der professionellen, patientenorientierten Pflege geworden. Auch in Punkto Mitarbeitermotivation ist die Aromapflege ein wichtiger Bestandteil in unserem Haus.«
(Heike Schiffner Scheck, Pflegedirektorin, Klinik Bad Pirawarth)

»Durch den Einsatz der individuell auf den Patienten angepassten Aromapflege können wir viele positive Veränderungen in unserem Pflegeheim feststellen. Wir haben zum Beispiel einen deutlichen Rückgang von Intertrigo und in punkto Hautrötung ganz tolle Erfolge bei der Decubitusprophylaxe verbuchen können. Zusätzlich schaffen wir es, dank der Raumbeduftung mit z. B. Lavendel und Melisse, unsere agitierten Patienten merkbar zu beruhigen.«
(Ulrike Hucik, DGKS , NÖ Landespflegeheim „Franziskusheim“, Mistelbach)

»In unserem Haus ist die Aromapflege bereits zum Standard geworden und ist aus dem täglichen Pflegealltag nicht mehr wegzudenken. Wir erreichen mit der Aromapflege eine deutliche Steigerung der Pflegequalität, haben dadurch aber keine maßgebliche finanzielle Mehrbelastung. Es gelingt uns mit der Aromapflege das Wohlbefinden und die Zufriedenheit unserer Patienten zu steigern und so deren Heilungsverlauf zu optimieren.«
(Dir. Monika Reiter, Pflegedirektorin, Sanatorium Kettenbrückengasse, Innsbruck)
 
Wie den Gastkommentaren schon zu entnehmen war, ist das Einsatzgebiet der Aromapflege breit gefächert. Ich möchte die wichtigsten Wirkungsweisen und Einsatzgebiete nochmals gerne kurz für Sie zusammenfassen:
 
- erhält bzw. verbessert ein gesundes Hautbild
- sorgt für Entspannung und Wohlbefinden
- erleichtert das Einschlafen
- stärkt das Immunsystem und regt die Selbstheilungskräfte an
- verbessert die Atmung
- erleichtert Bewegungsabläufe bei z. B. Verspannungen, …
- unterstützt das Herz-Kreislaufsystem
- fördert die physische und psychische Gesundheit
- unterstützt Verdauung und Ausscheidung  

Wie schon erwähnt zählt die Aromapflege zu den anerkannten komplementären Pflegemethoden und darf daher im Rahmen des eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereichs der DGKS/DGKP durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist das Aneignen von Wissen die Methode betreffend im Rahmen der Fort- und Weiterbildung und die schriftliche Genehmigung der Aromapflege durch den Krankenanstaltenträger bzw. die kollegiale Führung.

In der Aromapflege verwenden wir 100 % naturreine ätherische Öle, fette Pflanzenöle, Hydrolate und die daraus hergestellten Produkte. Letztere dürfen nicht vom Pflegepersonal selbst hergestellt werden. Dies obliegt der Anstaltsapotheke oder dafür autorisierten Firmen. Diese gesetzlichen Vorgaben haben mich vor zwei Jahren motiviert eine spezielle Aromapflegeserie auf den Markt zu bringen, die es Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ermöglicht, die Aromapflege einfach, sicher, kosteneffizient und ohne bürokratischen Hürden einsetzen zu können. Angewandt wird die Aromapflege in Form von Waschungen, für Bäder- und Teilbäder, für Wickel- und Kompressen, für die natürliche Hautpflege, für die Raumbeduftung, sowie für Einreibungen und Streichungen.

Der nächste Entwicklungsschritt der Aromapflege ist es nun, das vorhandene Erfahrungswissen zu sammeln und den Pflegewissenschaften zugänglich zu machen. Die Integration der Aromapflege in den Pflegeprozess und die genaue Dokumentation der angewandten Aromapflege ist somit unerlässlich, da diese Daten und Erkenntnisse die Basis und das Rüstzeug bereitstellen, um die Aromapflege noch mehr zu fundamentieren. Dieser spannende Bereich wird in Zukunft einen Teil meines Strebens in Anspruch nehmen sowie unseren Verein ÖGwA (Österr. Gesellschaft für wissenschaftlich angewandte Aromatherapie und Aromapflege) beschäftigen.

Ihre
Evelyn Deutsch

Literaturverzeichnis: aromapflege.com

Bildverzeichnis: aromapflege.com

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