Pfefferminzwasser - Frischekick pur 08.04.2016 12:39

Pfefferminzwasser - Frischekick pur

Die bekannteste Minze ist die Mentha x piperita und sie gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Geerntet wird das Kraut vor der Blüte und während der Vormittagsstunden. Ideal ist es, wenn der Tau bereits abgetrocknet ist und die Pflanzen noch nicht in der prallen Sonne stehen. Vor der Destillation wird das Kraut kurz angetrocknet.

Jeder der schon einmal Pfefferminze gerochen hat, assoziiert diesen Duft mit frisch, belebend, erfrischend, kühlend. Das im Hydrolat und im ätherischen Öl enthaltene Menthol vermittelt uns diese Empfindungen.
„Die beste Kühlung liefert die Pfefferminze, die den Wirkstoff Menthol enthält. Unser Gehirn bekommt den elektrischen Reiz der trigeminalen Nervenzellen und unterscheidet nicht zwischen Kälte und Menthol, weil die Natur eben doch nicht so erfinderisch war, dass sie für jede Empfindung neue Rezeptoren entwickelte.“, so Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt, von der Ruhr-Universität in Bochum (vgl. Hatt/Dee, 2011, S. 217).

Das Pfefferminzhydrolat enthält nicht dieselben Inhaltsstoffe, wie das ätherische Öl, daher sind der Duft und die Wirkung nicht ganz gleich. Der Duft des Pflanzenwassers ist nicht so scharf, die Wirkung milder und sanfter. Die ungefähre Haltbarkeit liegt bei ca. 1 Jahr. Das Hydrolat wird gerne für bzw. in erfrischenden Sommergetränken, Körper- und Raumsprays, in der Aromalampe aber auch für Cremen, Wickel und Waschungen verwendet.

Das frisch duftende Hydrolat vitalisiert nicht nur müde Haut, sondern vertreibt auch schlechte, abgestandene Raumluft. Ebenso hat sich das Pflanzenwasser als klärendes Gesichtswasser bei unreiner Haut bewährt und es ist als erfrischender Spray für Gesicht und Dekolleté sehr beliebt.
Auch Susanne Fischer-Rizzi nennt es liebevoll den „Hallo-Wach-Duft“. Warum also nicht als Impuls für mehr Konzentration und einen „müden“ Geist (vgl. Fischer-Rizzi, 2014, S. 236).

Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt schreibt in seinem Buch „Das kleine Buch vom Riechen und Schmecken“: „Wer zwar gut einschläft, aber tagsüber nie richtig wach wird, kann sein Gehirn mit einer frischen Brise von Weckdüften überlisten. Menthol wirkt wie der Jasminduft auf unsere „Schlaf“-Rezeptoren, nur genau umgekehrt: Es verhindert den Schlaf, macht wach und aufmerksam, steigert den Antrieb und fördert die Konzentration“ (Hatt/Dee, 2012, S. 168).

Anwendungstipp: Füllen Sie das Pfefferminzhydrolat in einen Eiswürfelbehälter, geben Sie jeweils ein kleines Minzeblatt hinzu und frieren dieses ein. Bei Bedarf, Lust und Laune jeweils 1 Eiswürfel in ein Glas Apfelsaft geben und fertig ist das erfrischende Sommergetränk.

Anwendungsbeschränkungen: Schwangere, Kleinkinder und Säuglinge sollten das Hydrolat nicht einnehmen. In der Nähe von Säuglingen und Kleinkindern sollte es generell nicht verwendet werden. Susanne Fischer-Rizzi weist auch darauf hin, dieses Hydrolat nicht länger als 4 Wochen kurmäßig zu verwenden, da es die Produktion der Magensäure stimulieren kann, nicht bei Gallensteinen anzuwenden und bei akutem Ekzem (vgl. Fischer-Rizzi, 2014, S. 235).

Literaturverzeichnis:
Fischer-Rizzi, S. (2014): Das große Buch der Pflanzenwässer – Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten. 1. Auflage. Aarau und München: AT Verlag
Hatt, H./Dee, R. (2011): Niemand riecht so gut wie du - Die geheimen Botschaften der Düfte. 2. Auflage. München: Piper Verlag
Hatt, H./Dee, R. (2012): Das kleine Buch vom Riechen und Schmecken. 1. Auflage. München: Albert Knaus Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH
www.aromapflege.com


Nachzulesen in: Deutsch-Grasl, E., Reischer, W. (2015): Pfefferminzwasser - Frischekick pur. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 3. Ausgabe, S. 18.
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Bildverzeichnis: © Waltraud Reischer, © Valentina R. - Fotolia.com

Pfefferminzwasser - Frischekick pur
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