Lidödemtherapie mit Rosenhydrolat 06.04.2016 09:31

Lidödemtherapie mit Rosenhydrolat
Bericht von der Stationsleitung DGKS Andrea Oberkofler, Krankenanstalt Rudolfstiftung Wien, Station 8B Neurochirurgie, Mitglied des Aromaarbeitskreises in der KA Rudolfstiftung – über eine erfolgreiche Anwenderbeobachtung


Bei den meisten Patienten, welche am Kopf operiert werden, entwickelt sich am 1. oder 2. postoperativen Tag ein einseitiges Lidödem. In seltenen Fällen entsteht auch ein beidseitiges Lidödem. Für die so betroffenen Menschen ist dieser Umstand äußerst unangenehm bzw. häufig sogar schmerzhaft. Bis zum Jahr 2004 fanden weder wir vom Pflegepersonal, noch die Fachärzte unserer Abteilung, geeignete Wege und Mittel zur Linderung dieser Lidödeme.

Im Aromaarbeitskreis erfuhren wir, dass das Rosenhydrolat für die Pflege und Therapie bei Lidödemen das Mittel der Wahl sei.

Daher beschlossen wir auf vier Stationen eine Testphase zu beginnen.

Genehmigung und Dokumentation
Davor mussten wir uns die Genehmigung zur Aromapflege prinzipiell und die für die Testphase des Rosenhydrolates im Speziellen, vom ärztlichen Leiter der Abteilung schriftlich erteilen lassen.

Wir entwickelten ein eigenes Dokumentationsblatt, das jeweils für einen Patienten, der Kompressen mit Rosenhydrolat auf sein Lidödem gelegt bekam, ausgefüllt werden sollte. Darauf sollte der Name des anordnenden Arztes, die Reaktion des Allergietests, die Zahl der Anwendungen und die Wirkung für den Patienten vermerkt werden.

Im Rahmen eines Teamgespräches bat ich meine Mitarbeiterinnen um ihre Unterstützung. Sie hatten hierbei die Hauptlast der Zusatzarbeit zu tragen. Ich war angenehm überrascht von der großen Bereitschaft, bei dieser „Anwenderbeobachtung“ mitzumachen.

Nun mussten noch die Neurochirurgen, die anfangs sehr skeptisch waren, von uns überzeugt werden, unser Vorhaben mit ihrer ärztlichen Anordnung zu unterstützen.

Durchschlagender Erfolg
Endlich am 1.11.2004 konnten wir unsere Testphase starten und der Erfolg war durchschlagend! Die meisten Patienten/innen empfanden die Kompressen mit Rosenhydrolat äußerst angenehm, kühlend und spannungsmildernd. Schon nach wenigen Anwendungen konnten wir und die Patienten/innen einen deutlichen Rückgang der Schwellung feststellen.

Auch wurde und wird schon häufig vom Pflegepersonal auf der Aufwachstation mit der Anwendung von Rosenhydrolat begonnen, um die betroffenen Patienten möglichst rechtzeitig adäquat behandeln und pflegen zu können bzw. um die Schwellung schon von Anfang an „im Keim ersticken“ zu können.

2 Jahre Testphase
Die Testphase dauerte fast zwei Jahre. Meine Kolleginnen verfolgten während all dieser Zeit konsequent und gewissenhaft unser Vorhaben.
 
Danach konnte Frau Mag. Martina Nowak, Koordinatorin des Aromaarbeitskreises, die Auswertung der Testphase durchführen. Diese erbrachte ein überaus deutliches Ergebnis, für die gute Wirkung des Rosenhydrolates, bei der Behandlung und Pflege von Patienten, die an einem Lidödem leiden. So konnte dies auch der Arzneimittelkommission der KA Rudolfstiftung präsentiert werden, die daraufhin die Implementierung der Aromapflege mit Rosenhydrolat bei bestehendem Lidödem genehmigte.

Erfolgreiche Implementierung und Wertschätzung
Für uns alle war dies ein besonders schöner, verdienter Erfolg. Die sichtbare Wirkung der Anwendung der Rosenhydrolatkompressen bei unseren Patienten hat unsere Neurochirurgen/innen so überzeugt, dass sie längst schon selbstverständlich das Rosenhydrolat als Therapie anordnen.

All das hat dazu geführt, dass wir unsere Patienten/innen nicht nur mit Aromapflegprodukten nach Rezepturen des Aromaarbeitskreises pflegen, sondern auch andere Produkte und Rezepturen auf unserer Station getestet werden.
Aufgrund der durchwegs positiven Ergebnisse begegnen auch unsere Ärzte der Aromapflege mit viel mehr Wohlwollen als vorher.


Nachzulesen in: Oberkofler, A. (2014): Lidödemtherapie mit Rosenhydrolat. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 1. Ausgabe, S. 12.
issuu.com/evivre/docs/aromapflegemagazin_2014-1

Bildverzeichnis: © Waltraud Reischer, Grafik: markushechenberger.net

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