Cevennen - unberührtes, duftendes Land 06.04.2016 12:11

Cevennen - unberührtes, duftendes Land

Im Süden Frankreichs, wo sich dunkelgrüne Wälder, sanfte Bergrücken mit traumhaftem Ausblick und tiefe Schluchten sowie kristallklares Wasser aneinanderreihen, befinden sich die Cevennen. Es ist eine atemberaubende Gegend, welche nicht unberührter und schöner sein könnte.

Hart, aber herzlich
Florac, ein Ort in den Cevennen, im Nationalpark (seit 2011 Teil des UNESCO Naturerbe). Hier findet Mann/Frau Ruhe, Gemütlichkeit und Erholung. Abseits jeder Hektik und modernen Stresses. Die rund 2.000 Einwohner leben inmitten einer traumhaften Landschaft, auf noch sehr bescheidene, natürliche und ursprüngliche Art und Weise. Aber es ist absolut kein einfaches Leben.

Farfalla hat sich in diesen Landschaftsstrich vor mehr als 30 Jahren verliebt. Es ist schlichtweg eine Liebe auf Lebenszeit geworden. Wie uns Jean-Claude Richard, einer der 4 Geschäftsführer von Farfalla, in einem Interview mitteilte: „Unser erster Kunde und Projektpartner. Eine Liebe geprägt von der Ausdruckskraft der Landschaft, der „duftgeschwängerten“ Luft und der Handschlagsqualität der hier lebenden Menschen.“

Besondere Menschen
Zu diesen Menschen gehört auch Claire Moucot. Visionärin und Projektpartnerin von Farfalla. Ihrer Liebe zu Bio-Pflanzen und ihrer Entschlusskraft ist es zu verdanken, dass sie viele Frauen aus der Gegend mobilisieren konnte hier „mitzutun“. Mitzutun bei einem Projekt, welches nicht nur Beschäftigung bringen sollte, Essen auf den Tisch, nein es ist inzwischen auch Teil der Lebensphilosophie und es betrifft inzwischen das ganze Tal. Eine Region wird unterstützt. Begonnen hat das ganze „Unternehmen“ mit Frauen, welche als Sommerhelfer unterwegs waren, d. h. sie kamen nicht aus der Gegend. Wie auch, die „Einheimischen“ gab´s ja so gut wie nicht mehr, ohne Arbeitsmöglichkeiten. Sie zogen in die großen Städte. Aber dank dieses Projektes hat sich das wieder geändert. Inzwischen leben hier wieder über 2.000 Leute.

Sommer, keine Zeit zum Ausruhen
In den Sommermonaten Juli und August geht’s hier hoch her. Die belebtesten Monate des Jahres. Der Sommertourismus beschert dieser Gegend einen Hauch von Belebtheit. Aber auch viel Arbeit für Claire M. und ihre Frauen. Durch wild wachsende Pflanzen wie Wacholder, Lavendel, Lorbeer, Kiefer und Douglasie duftet es hier auf jedem Hochplateau, jedem Höhenzug einfach berauschend und immer anders.

Wilder Bergwacholder – Juniperus communis L.
Heute zieht es unsere Nase auf die Höhenzüge der Cevennen von der Gruppe des „Femmes de la Lozére“. Ja, und Frauen sind es, welche sich der Ernte und Destillation des südfranzösischen Bergwacholders widmen. Sind die Beeren der hier wild wachsenden Bergpflanze tiefblau, dann ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte gekommen. Aus Respekt vor und für die Natur werden nicht alle reifen Beeren und Zweige gepflückt. Die schonende Wasserdampfdestillation dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden. Die Ausbeute an ätherischem Öl ist gering. Das benötigte Pflanzenmaterial schwankt, je nach Klima, zwischen 100 und 500 kg pro Liter ätherischem Öl, so berichtet uns Jean-Claude Richard.

Fairwild – Zertifizierung mit Nachhaltigkeit
Der Bergwacholder von Farfalla besitzt eine Fairwild-Zertifizierung. Das bedeutet kontrollierte Wildsammlung nach ökologischen, sozialen und FairTrade Kriterien. Der Bestand von bedrohten Heil- und Wildpflanzen soll erhalten bleiben, ein vorbeugen von negativen Umwelteinflüssen sowie kein Einsatz von Kindern zur Arbeit. Es bedeutet weiters aufwendige Handarbeit, beste Qualität und faire Bezahlung, umweltschonende Bewirtschaftung und Ernte der Pflanzen. Ein Geben und Nehmen zwischen Natur und Mensch.
 

Kurzer Steckbrief:
Duftnote: frisch, leicht harzig, typisch Gin
wichtigste Inhaltsstoffe: Monoterpene wie alpha- und beta-Pinene; Monoterpenalkohole wie Terpinen-4-ol; in Spuren Sesquiterpene, Ester, Monoterpenaldehyde und Monoterpenketone
Anwendungsgebiete: Zur Raumreinigung wird Wacholder schon seit dem Altertum gegen „böse Geister“ und „schlechte Energie“ eingesetzt; sowie zur allgemeinen Raumluftreinigung. Es fördert die Konzentration (Monoterpene), sorgt für klare Gedanken und hilft angegriffene Nerven wieder aufzurichten (vgl. Werner/von Braunschweig, 2014, S. 234 - 235).


Besonders beliebt und bewährt hat sich u. a. der Einsatz in Form von Körper- und Massageölen. Zum Beispiel gegen Cellulite (stärkt das Bindegewebe), Muskelkater und Erschöpfung.
Laut Ruth von Braunschweig und Monika Werner fördert es die Durchblutung der Harnwege, wirkt mild harntreibend bzw. entwässert ohne Elekrtrolytverlust (vgl. Werner/von Braunschweig, 2014, S. 235).
Achtung: in der Schwangerschaft und bei entzündlichen Nierenerkrankungen meiden (vgl. Teuscher, 2003, S. 400).


Literaturverzeichnis:
Teuscher, E. (2003): Gewürzdrogen – Ein Handbuch der Gewürze, Gewürzkräuter, Gewürzmischungen und ihrer ätherischen Öle. 1. Auflage. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Werner, M. / von Braunschweig, R. (2014): Praxis Aromatherapie – Grundlagen-Steckbriefe-Indikationen. 4. Auflage. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag
Farfalla Essential (2009 Vol. 1): S. 12-17
Notizen zum Interview am 13.1.2015 mit Jean-Claude Richard – Vielen Dank für die spannenden Infos

Nachzulesen in: Deutsch-Grasl, E., Reischer, W. (2015): Cevennen - unberührtes, duftendes Land. In: Hand in Hand mit der Natur. Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie, 2. Ausgabe, S. 4-5.
issuu.com/evivre/docs/aromapflegemagazin_2015-1_issuu

Bildverzeichnis: © Farfalla, Waltraud Reischer (Wacholder)

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