Räuchern in den eigenen 4 Wänden leicht gemacht 17.01.2018 14:26

Räuchern in den eigenen 4 Wänden leicht gemacht

Räuchern zählt mit Sicherheit zu den ältesten Traditionen seit der Mensch das Feuer für sich entdeckt hat. Aber sie ist keineswegs eine verstaubte Tradition, in letzter Zeit erlebt sie so etwas wie eine Renaissance. Ein neues Bewusstsein im Umgang mit Rauch und Pflanzenmaterialien, dem Göttlichen, der Reinigung von Raum und Seele usw.


Düfte schmeicheln uns

Wir sind tagtäglich mit jeder Art von Düften umgeben. Ob natürlich oder künstlich– wir können uns gar nicht dagegen wehren. Unsere Nase riecht 24 Stunden lang alles was an ihr vorbeizieht. Wir benutzen Düfte aber auch ganz bewusst: um uns wohl zu fühlen, um eine besondere Atmosphäre für uns und unsere Mitmenschen zu schaffen. Waren in den alten Kulturen die erlesenen und wohlriechenden Pflanzenteile nur den Gelehrten und Privilegierten vorbehalten, so sind wir heute in der glücklichen Lage die kostbaren Harze, Hölzer, Blätter und Blüten jederzeit und überall für unser Wohlbefinden anwenden zu können.


Räuchern hat Tradition – heute wie gestern

Auch heute noch wird mit dem Räuchern den Ahnen und Göttern gehuldigt und zu bestimmten Zeitpunkten werden sogenannte Räucherrituale durchgeführt. Nicht nur in fernen Ländern wie Indien, auch bei uns werden viele Feiertage mit Räucherungen begleitet und gefeiert. Erinnern wir uns z. B. an das Räuchern der Ställe durch die Landwirte. Mit diesem Brauchtum soll mit dem Weihrauch Haus, Hof und Stall vor Unheil bewahrt werden. Eine besondere Zeit des Räucherns sind sicher die Raunächte rund um die Weihnachtszeit. Allerdings finden sich auch während des restlichen Jahres immer wieder Anlässe für eine reinigende, vorbeugende, loslassende, gemütsaufhellende, vitalisierende, sinnliche, entspannende oder einfach nur wohltuende Räucherung.
Der Entschluss zum Räuchern alleine genügt aber nicht, es braucht auch einige wenige Utensilien und vor allem qualitativ hochwertige Räucherware.

Räuchergefäß traditionell oder modern

Zuerst solltest du dich allerdings für ein geeignetes Räuchergefäß entscheiden. Hier hast du die Wahl zwischen einem traditionellen Gefäß um mit Kohle zu räuchern oder moderner mit einem Stövchen und Gitter.
Für eine traditionelle, klassische Räucherungszeremonie benötigst du neben dem Räuchergefäß:
•    ein Stück Räucherkohle
•    eine Zange zum Halten
•    und eine Kerze zum Anzünden der Kohle
•    Räuchersand, damit die Kohle in das Gefäß gesetzt werden kann
•    getrocknetes Räuchermaterial, Harze, Räuchermischungen
•    Mörser zum Zerkleinern
•    eventuell eine Feder zum Verteilen und Intensivieren der Räucherung
•    Kleiner Tipp: Bei der Handhabung mit der Kohle entsteht mehr Rauch als beim Räuchern mit dem Stövchen.

Bei der moderneren Variante des Räucherns benötigst du zusätzlich zum Stövchen
•    ein Edelstahlsieb
•    ein Teelicht
•    getrocknetes Räuchermaterial, Harze, Räuchermischungen
•    Mörser zum Zerkleinern
•    eventuell eine Feder zum Verteilen und Intensivieren der Räucherung
•    eventuell Drahtbürste zum Reinigen des Gitters
•    Kleiner Tipp: Bei der Stövchenvariante entsteht weniger Rauch, jedoch die Pflanzenteile verglimmen sanfter und Harzstückchen sollten nicht direkt (Alufolie) auf das Gitter gelegt werden. Sollte einmal dein Gitter trotzdem verklebt sein, kann du dieses durch Abbrennen über einer Kerze und abschließendem Säubern mit einer kleinen Drahtbürste reinigen.

Sollte dir noch das eine oder andere Utensil fehlen, dann kannst du hier nach Lust und Laune shoppen: Räucherutensilien im Shop

Anleitung zum Räuchern mit...

...der Siebvariante:

  1. Wenn du die Teelichtkerze angezündet hast und das Gitter auf dem Stövchen liegt, kannst du ungefähr 1 Teelöffel deiner bevorzugten Räucherware darauflegen.
  2. Diese kannst du vorher im Mörser, je nach Bedarf, zerkleinern.
  3. Die Entfaltung des Duftes dauert hier etwas länger, da sie ja nicht direkt auf der Hitzequelle liegt, dafür ist er feiner in der Wahrnehmung.

...der Räucherkohle:

  1. Du nimmst mit der Zange die Kohle und haltest sie der schmalen Seite in eine Kerzenflamme. Beim Entzünden siehst du kleine Funken (Salpeter) über das Kohlestück laufen.
  2. Anschließend legst du das Stück Kohle auf das vorbereitete Sandbett (⅔ des Gefäßes mit Sand befüllt).
  3. Die Kohle so lange durchglühen lassen, bis diese rundherum gräulich überzogen ist. Solltest du schon vorher die Kohle mit Harz o. a. belegen, ist diese noch viel zu heiß und deine Räucherware verbrennt. Also lass dir bitte unbedingt ein wenig Zeit dazu.
  4. In der Zwischenzeit kannst du deine Harze, Blüten, Blätter oder Hölzer nach Lust und Laune wählen, ob einzeln oder gemischt und diese ein wenig im Mörser, je nach Bedarf, zerkleinern.
  5. Wenn die Kohle gänzlich ergraut ist, kannst du diese jetzt belegen.

Nachlegen kannst du bei beiden Varianten, so oft du willst.

Ich wünsche dir viel Freude bei deinen eigenen Räucherzeremonien.


Deine Waltraud

p.s. Vertiefende Themenliteratur findet Ihr hier: Lebensart Fachbücher

Bildcredit:
Fuchs Christine

Vogel
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