Mikroplastik - weit unterschätzte Umweltproblematik* 11.10.2017 12:13

Mikroplastik - weit unterschätzte Umweltproblematik*

Wer zertifizierte Naturkosmetik verwendet, muss sich um Mikroplastik in seiner Lieblingskosmetik absolut keine Gedanken machen, da dieses dort keine Verwendung findet. Wir sind aber davon überzeugt, dass dieses Thema weitreichende Folgen für die gesamte Bevölkerung hat und haben daher nachgeforscht und versucht für Euch die wichtigsten Punkte aufzuzeigen.

Im Unterschied zu zertifizierter Naturkosmetik findet Mikroplastik aber sehr wohl Einsatzgebiete in herkömmlicher Kosmetik wie beispielsweise Shampoos, Peelings, Haargels und Cremen. Wusstet Ihr, dass beim Waschen von den allseits beliebten Fleecejacken, jedes Mal eine Unmenge an feiner Mikrofasern abgerieben und somit ins Abwasser gelangt?

Nicht nur die kleinen Mikrofasern belasten unser Abwasser und unsere Meere, es sind vielmehr die vielen "Plastiksackerl" und der sonstige Plastikmüll. Dieser Abfall, findet über viele Umwege Einlass in unsere Gewässer. Wir wissen schon lange, dass diese
Kunststoffe Jahrhunderte brauchen um abgebaut zu werden (wenn sie dies jemals tun). Haben wir und die Industrie jemals einen Gedanken daran verschwendet? Ich fürchte leider viel zu wenig. Wir hinterlassen unseren Nachkommen eine wahre Flut von diesen Kunststoffbergen.

Der Kreislauf des Lebens schlägt bereits zurück. Fische und andere Meeresbewohner verwechseln diese Kunststoffe mit Nahrung und zuletzt verspeisen wir genüsslich diese Fische. Wollen wir das wirklich? Können wir uns noch lange über ein Fischgericht als Mahlzeit freuen? Was passiert wenn es keine Fische / keine Lebewesen mehr in unseren Gewässern gibt?

Diese immer noch unterschätzte Umweltproblematik ist wirklich erschreckend (vgl. Codecheck.info - Mikroplastikstudie 2016, S. 6 und 9):

  • Jährlich werden 300 Millionen Tonnen an Kunststoff produziert und jede Minute wird ein Müllwagen voll ins Meer geschüttet.
  • Plastik braucht 350 - 400 Jahre bis zur Zersetzung. Viele Generationen werden noch damit zu kämpfen haben.
  • Bis 2050 könnte dreimal mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische. Man stelle sich das mal vor. Nix mehr mit Strandurlaub!
  • In den Kläranlagen kann das Plastik nicht oder nur unvollständig herausgefiltert werden.
  • Pro Jahr gelangen somit ca. 8,2 Milliarden Mikroplastikstoffe in unsere Flüsse.

 Da es sehr viele unterschiedliche Bezeichnungen für Plastik in Kosmetik gibt, ist es gar nicht so leicht, diese zu erkennen. Wir starten hier mal einen Versuch (vgl. Mikroplastikstudie 2016, codecheck.info, S. 12):

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Nylon-12
  • Nylon-6
  • Polyurethan (PUR)
  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polymethyl methacrylate (PMMA)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyquaternium (P)

Wir sollten hier wirklich beginnen umzudenken,  jeder ist gefordert von uns Kunden bis hinauf zur Politik. Bald ist es zu spät und wir ersticken im Plastikmüll.

Deshalb freut es umso mehr, dass Firmen wie Farfalla und Dr. Hauschka nur Produkte entwickeln, die Mensch, Tier und die Umwelt nicht belasten sondern schützen. Natürliche Reinigungsmittel wie z. B. Ton oder Kieselerde könnten gerade in Kosmetik leicht die Mikroplastik ersetzen. Die Frage ist immer nur, will man das?

In einer Studie von codecheck.info und dem Bund für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland hat man herausgefunden, dass

  • in jedem 3. untersuchten Gesichtspeeling und mehr als jedes 10. untersuchte Körperpeeling Polyethylen (PE) enthält
  • mehr als jedes 10. untersuchte Make-up Produkt enthält Nylon-12
  • in jedem 4. Duschgel steckt Polyquaternium-7 (P-7) und in jedem 10. Acrylates Copolymer (AC)
  • mehr als jede 3. untersuchte Sonnencreme und mehr als jede 5. untersuchte Gesichtscreme enthält Acrylates/ C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer (ACS)

Insgesamt wurden für diese Studie 102.790 Kosmetikprodukte aus 19 verschiedenen Kategorien in den Jahren 2014 und 2016 untersucht und ausgewertet.

Das sind wirklich erschreckende Erkenntnisse und deshalb fordern wir alle auf mitzutun, um Plastikmüll zu vermeiden.

Literaturverzeichnis:
ÖKO TEST – Richtig gut leben. Ratgeber Kosmetik und Wellness. Sonderheft N1705
www.codecheck.info. Mikroplastikstudie 2016. In Kooperation mit dem Bund für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland

Bestnote für daily pleasure Duschpeeling
Bis zu 11 Millionen Partikel Mikroplastik stecken in einer Tube Körperpeeling - und gelangen über das Abwasser in die Umwelt. Auf diese tägliche Umweltkatastrophe im Badezimmer macht die Februar-Ausgabe des Magazins ÖKO-Test mit der Testreihe "Körperpeeling" aufmerksam.
Das Farfalla Duschpeeling mit Peelingkörpern aus Cranberry und Bambus überzeugt im ÖKO-Test. Es sticht konventionelle Peelings aus, die fast ausnahmslos Plastikpartikel verwenden - und dafür schlechte Noten bekamen.
"Das Thema Mikroplastik ist akut -  es gelangt mit dem Abwasser in die Umwelt", kommentiert Jean-Claude Richard aus der Farfalla Geschäftsleitung, "und es wäre für die Kosmetikindustrie machbar, Millionen von Meerestieren den Tod durch Plastik zu ersparen. Für uns ist deshalb ganz klar: Kunststoffe haben in Kosmetik nichts verloren."
ÖKO-Test benotet das daily pleasure Duschpeeling mit "sehr gut".
Art.Nr. FB-DP-05 Farfalla 150 ml € 10,90
www.aromapflege.com

Bildnachweis: © Valua Vitaly/shutterstock.com, Phonix_a Pk.sarote/shutterstock.com, farfalla

Nachzulesen in: Deutsch-Grasl, E., Reischer W.; Mikroplastik; Hand in Hand mit der Natur – Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie 2017; 7: 8–9

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