Terminüberschreitung - wenn das Baby auf sich warten läßt 03.09.2018 10:10

Terminüberschreitung - wenn das Baby auf sich warten läßt

Meine Erfahrungen mit Terminüberschreitung

Der kleine Nachwuchs macht keine Anstalten Mamas Bauch zu verlassen. Was nun? Man ist nervös, unsicher, möchte, dass es endlich los geht. Hier erfahrt ihr wie das bei der kleinen Maiblume war.

Meine Maiblume hat sich pudelwohl in Mamas Kugelbauch gefühlt und hat die Zeit richtig ausgenutzt. Meine Befürchtung, dass der Geburtstermin nur ein Richttermin ist, bewahrheitete sich leider auch bei Baby Nummer 3.
Schon die Märzenfee ging 5 Tage über den errechneten Geburtstermin und brauchte dann einen kleinen Schubs, der Augustjunge sogar 10 Tage, bevor er sich endlich auf den Weg machte. Die Maiblume ließ 14 Tage länger auf sich warten und hielt es so mit Abstand am längsten in ihrem “Stübchen” aus.

Der Geburtstermin ist überschritten

Zielgerichtet fieberte ich dem im Mutterpass eingetragenen Geburtstermin entgegen. Ab der 38. Woche fühlte ich besonders aufmerksam in mich hinein, um nur kein Anzeichen für den Startschuss zu verpassen. Wobei ich wußte, wie sich Wehen anfühlen, was man beim ersten Kind noch nicht weiß. Ich war davon überzeugt, die Maiblume geht nicht weit über den errechneten Termin. Der Tag X rückte näher, er kam und ging. Naja, dachte ich, am Wochenende ist das Baby dann da. Das Wochenende kam und verging ebenfalls ohne nennenswerte Wehentätigkeit.
 

Ablenkung bei Terminüberschreitung

Die Zeit wurde mir lang und ich begann in der “Hebammensprechstunde “ nachzulesen und im Internet zu stöbern.
Meine Recherchen ergaben, kommt das Baby nach dem errechneten Termin auf die Welt, spricht man von einer Terminüberschreitung. Erst nach 42 abgeschlossenen Schwangerschaftswochen spricht man von Übertragung.
Auf den errechneten Termin sollte man sowieso nicht allzuviel geben, da dieser nicht vom Tag der Zeugung aus berechnet wird, sondern vom ersten Tag der letzten Periode. Nach dieser Information versuchte ich mich zu entspannen. Was ehrlich leichter gesagt als getan ist. Schließlich hatte ich schon 40 Wochen hinter mir, mit sämtlichen Höhen und Tiefen und diversem Gefühlschaos. Ich war nervös und ungeduldig, was vermutlich angesichts der Situation nachvollziehbar war.
Um mich abzulenken verbrachte ich die Zeit mit den Kindern und dem Papa. Wir spielten Spiele, gingen gemeinsam ins Kino oder radelten in die Eisdiele. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war, meine Lieblingsfilme mit der Märzenfee schauen.

Nach fünf bis sechs Tagen über dem Termin ging ich nur noch ungern aus dem Haus, da jeder Bekannte einen anderen Spruch auf den Lippen hatte: “Jetzt bist du immer noch schwanger” , als ob mir das entfallen war, “Wann ist es dann soweit … das gibt aber ein großes Kind.”

Gewürztee, Zimt und Co

Bei der Stöberei in Büchern und im Internet stolperte ich über einige Tipps und Tricks, welche dem kleinen “Stubenhocker” den Weg weisen sollten. Nach ausgiebiger Besprechung mit meinem Gynäkologen, probierte ich den einen oder anderen Tipp, um das Kind auf den Weg zu bringen. Die Märzenfee wurde am fünften Tag nach dem errechneten Termin eingeleitet. Diese Erfahrung wünsche ich keiner. Mit diesem Erlebnis im Hinterkopf konnte ich mich dann beim Augustjungen solange gedulden, bis er am zehnten Tag nach dem errechneten Termin beschloss, sich auf den Weg in die Welt zu machen. Was mir bei ihm geholfen hat? Um ehrlich zu sein ist mir das fast ein bisschen peinlich, aber ich finde es wichtig dass auch andere Schwangere das erfahren, weil man diese Information oft nicht bekommt. Eine gute Freundin ist Gynäkologin und war damals meine Nachbarin. Daher war mein erster Gang bei Fragen immer zu ihr über die Straße. Sie riet mir zu einem “Schäferstündchen mit dem werdenden Papa”. Ich lief erstmal knallrot an, aber ihre Erklärung leuchtete mir ein. Im männlichen Sperma sind, unter anderem, auch Hormone enthalten, die wehenauslösend wirken. Und wenn ich die Wahl habe entscheide ich mich für die natürliche Variante. Die Maiblume allerdings reagierte weder auf literweise Gewürztee, noch auf mit Zimt verfeinertes Müsli oder die “Schäferstündchen”.
Nachdem die Ärzte fest stellten, dass kein Fruchtwasser mehr da war, rieten sie mir dann doch zur Einleitung, um die Gesundheit unseres Babys nicht zu gefährden. Im ersten Moment war ich leicht schockiert, weil ich doch gerade das vermeiden wollte, aber die Gesundheit geht vor, ganz klar. All meiner Befürchtungen zum Trotz war die Geburt ein einmaliges Erlebnis.

Zeichen der Übertragung

Endlich war sie dann da, die Maiblume, mit zehn Fingern und zehn Zehen … alles dran. Sobald sie da war, war alles andere vergessen. Über die Anzeichen der Übertragung lächelte ich  hinweg, weil sie einfach so süß war und natürlich immer noch ist. Nach ein paar Tagen fiel mir dann auf, dass sie keine Käseschmiere mehr hatte, die Fingernägel waren recht lang und die Hand- und Fußflächen sahen aus als hätte sie sich ”zu lange” in der Badewanne entspannt und ihre empfindliche Babyhaut schälte sich.

Was tun, wenn sich die Haut schält?

Ich folgte der Empfehlung des “Kinderwelten-Seminars”. Meine Maiblume wurde regelmäßig ein bis zweimal am Tag mit Rosenblütenwasser und Mandelöl gepflegt. Nach und nach wurden die Hautschüppchen im Gesicht und am Körper weniger. Nach ungefähr zwei Wochen hatte sich die Haut behutsam erholt und war zart und Schüppchen-frei.

Der errechnete Termin ist eine statistische Berechnung, die die individuelle Dauer einer Schwangerschaft nur annähernd bestimmen kann. Eine Terminüberschreitung stellt Mamas und Papas Nerven auf die Probe. Ich habe versucht mich zu entspannen und die “ruhige” Zeit vor der Geburt zu genießen, um Kraft für das bevorstehende Ereignis zu sammeln.

Eines steht außer Frage, die Geburt eines Kindes ist ein Wunder.

Eure Isabel


Isabel Weiler studierte Sportwissenschaften und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Lechaschau in Tirol. Sie liebt es, sich und ihre Familie mit Nahrungs- und Pflegemitteln aus der Natur zu versorgen und rührt gern selbst kleine Helferchen. Als Pilates- und Rhythmiktrainerin begleitet sie Schwangere und Mütter zum Beispiel im Rahmen von Beckenbodentraining oder Kinderwagenfitness. Mehr unter: www.koerpersinne.com