Wie teuer ist Aromapflege im Gesundheits- und Pflegebereich? 17.07.2019 09:42

Wie teuer ist Aromapflege im Gesundheits- und Pflegebereich?

Wirtschaftlichkeit der Aromapflege

Kostenvergleich auf der Intensivstation im Orthopädischen Spital Speising

Ein “Nein” zur Einführung der Aromapflege begründen viele Verantwortliche im Gesundheits- und Pflegebereich oftmals mit hohen Kosten für zusätzliche Aromapflegeprodukte. Aber ist der Einsatz der Aromapflege in Pflegeinstitutionen wirklich teurer als die Verwendung konventioneller Pflegeartikel? Die Intensivstation im Orthopädischen Spital Speising hat dazu eine Auswertung gemacht, mit aussagekräftigem Ergebnis.
 

(ein Bericht von DGKP Zuzana Norovska)

Aromapflege als komplementäre Pflegemethode verfolgt einen weitreichenden prophylaktischen Pflegeansatz. Sie ermöglicht eine gesunde Hautpflege und erzielt bei unseren PatientInnen einen enormen Wohlfühlfaktor mit entspannender und angstlösender Wirkung. Unser Kostenvergleich im Zeitraum von 2011 bis 2014 zeigt überdies eine deutliche Reduktion der Kosten.

Die Implementierung der Aromapflege auf unserer Intensivstation begann im Jänner 2012. Im Rahmen unseres Aromapflegeprojektes wurde von uns ein Kostenvergleich der aromapflegerischen Hautpflegeprodukte gegenüber einigen konventionellen Pflegeartikeln aufgestellt. Die Daten wurden im Zeitraum von 2011 bis 2014 erhoben und verglichen, wobei der Fokus auf sechs aromapflegerischen und konventionellen Hautpflegeprodukten lag. Die Gesamtkosten wurden berechnet und grafisch dargestellt:

Kostenvergleich Spital Speising Aromapflege
 Abb.1: Übersicht Kostenvergleich - Aromapflegeprodukte vs. konventionelle Plegeprodukte
 
Im Jahr 2011 wurden nur die Kosten der konventionellen Pflegeartikel berechnet, weil in diesem Zeitraum die Aromapflege noch nicht implementiert wurde. 2012 begann die Implementierungsphase der Aromapflege auf der Intensivstation. Ein Jahr später hielten sich die Kosten der konventionellen Pflegeartikel zu den aromapflegerischen Hautpflegeprodukten in den Gesamtkosten in der Waage. Im Vergleich zu 2013 senkten sich 2014 die Kosten der Ausgaben für Aromapflegeprodukte und die der konventionellen Pflegeartikel bei in etwa gleichbleibender Patientenauslastung.


Die Reduktion in den Kosten der Aromapflegeprodukte lässt sich auf die professionelle und gezielte Anwendung von Aromapflegeprodukten durch Schulungen und Anleitungen aller MitarbeiterInnen der Intensivstation erklären. Durch den prophylaktischen Einsatz der aromapflegerischen Produkte konnte in der Auswertung auch erkannt werden, dass der Bedarf an konventionellen Pflegeartikeln, die für die Versorgung von Hautrötungen notwendig wären, gesunken ist. Dies lässt darauf hindeuten, dass das relativ oft auftretende Problem der Hautrötung durch die prophylaktischen, aromapflegerischen Maßnahmen verringert werden konnte.


Mittlerweile gehört die Aromapflege auf unserer Station zum klinischen Alltag und wird bei unseren PatientInnen in Form von Waschungen, Hautpflege, Prophylaxen und Raumbeduftung angewendet. Anhand der Auswertung kann bestätigt werden, dass von Projektbeginn an, trotz Anschaffung von Aromapflegeprodukten und den noch parallel laufenden konventionellen Pflegeartikeln, eine deutliche Kostenreduktion erzielt werden konnte. Eine in diesem Zusammenhang interessante Frage, auf die die Auswertung aber nicht fokussierte, wäre, wie viele therapeutische Maßnahmen erst gar nicht angewandt werden mussten, da es durch den Einsatz von Aromapflege im Sinne der prophylaktischen Maßnahmen zu keinem Pflegeproblem (z. B. Intertrigo) kam.


Über die Autorin: Zuzana Norovska ist diplomierte Kinderkrankenschwester und arbeitet seit 1996 im Orthopädischen Spital Speising. Sie war von 2007 bis 2017 auf der Intensivstation beschäftigt und seit Sommer 2017 ist sie Stationsleitung auf der Kinderstation. Neben ständigen Weiterbildungen besuchte sie 2011 die Sonderausbildung „Intensivpflege“ an der Akademie für Fortbildungen und Sonderausbildungen im AKH Wien. Im Anschluss an bereits besuchte Fortbildungen zum Thema Aromapflege absolvierte sie die Weiterbildung „Komplementäre Pflege – Aromapflege“.

Bild: Rebecca Aldama on Unsplash
Grafik: markushechenberger.net