Hausputz mit ätherischen Ölen machen

Putzen mit ätherischen Ölen ist ein umweltfreundlicher Weg in den eigenen vier Wänden

Verspürst Du auch immer diesen Frühlings-typischen Drang nach Sauberkeit, Frische und Reinheit? Damit bist Du nicht allein: Zu Beginn der wärmeren Jahreszeit haben viele Menschen Lust auf neue Eindrücke, mehr Klarheit, eine Neuorientierung und ein ordentliches Zuhause. Ätherische Öle können uns in vielen Lebenslagen helfen – auch beim Saubermachen. Hier erfährst Du alles über das Putzen mit ätherischen Ölen: von der Wahl der Öle bis hin zur richtigen Dosierung.

Warum putzen mit ätherischen Ölen?

Ätherische Öle sind pflanzliche Duftstoffe, die von Pflanzen unter anderem zur Kommunikation eingesetzt werden. Sogar wir Menschen benötigen und benutzen diese Signalstoffe der Natur in unserem Organismus. Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Enzyme entwickelt, mit denen sie ätherische Öle abbauen können. Somit werden sie in ihre Bestandteile zerlegt und lagern sich nicht irgendwo als nicht abbaubare Substanzen am Boden von Meeren oder Seen ab. Ätherische Öle sind somit auch als Putzmittelzusatz ein perfekter Helfer für Mensch, Umgebung und Natur.

Ätherische Öle

Die Vorteile von ätherischen Ölen im Putzwasser sind:

  • Ätherische Öle kombinieren das Wohlbefinden der Hausbewohner mit den sanft antiseptischen Eigenschaften.
  • Wir können diese mit Essig, fetten Pflanzenölen, Backnatron und anderen Zutaten aus unserem Haushalt kombinieren, somit erhalten wir absolut umwelt- und menschenverträgliche Produkte.
  • Unsere hausgemachten Putzmittel sind sparsamer und preiswerter als Produkte internationaler Konzerne, die oft mit viel Wasser verlängert sind. Zudem helfen sie uns, unnötigen Plastikmüll zu produzieren.

Ätherische Öle müssen allerdings in der richtigen Konzentration eingesetzt werden, also ähnlich verdünnt werden, wie sie in den jeweiligen Pflanzen vorkommen, das kann etwas weniger oder auch in einigen Fällen wie bei den Zitrusdüften etwas mehr als 1 Prozent sein. Wir sollten die kostbaren Naturdüfte also nicht gedankenlos und verschwenderisch verwenden, sondern achtsam und ganz überlegt mit ihnen umgehen.

So machst Du das Putzwasser mit ätherischen Ölen

  • 3 Liter gut warmes (heißes) Wasser in Putzeimer geben
  • 1 Stamperl bzw. 20 ml Essig* (z.B. Apfelessig, es kann ein ganz einfacher Essig auch sein - dient als Emulgator)
  • 6-8 Tropfen ätherisches Öl (z.B. Thymian Thymol oder Zitronenöl)

*anstelle von Essig kann auch die gute alte Schmierseife oder ein Bio Allzweckreiniger auf Basis natürlicher Tenside verwendet werden.

Ätherische Öle
Ätherische Öle

Hinweis: Beim Putzen mit ätherischen Ölen empfehlen wir Handschuhe anzuziehen – vor allem dann, wenn oxidierte (gealterte) Öle verwendet werden, da Peroxide die Haut generell reizen.

Sind ätherische Öle nicht viel zu schade zum Putzen?

Ätherische Öle zeigen ihre Stärken vor allem in der Aromapflege und Aromatherapie. Wenn wir sie jedoch im Putzwasser verwenden, nehmen wir Spuren davon in unserer häuslichen Umgebung über die Nase auf. Solche Impulse von Naturdüften sind wohltuend und stabilisieren im Idealfall sogar noch zusätzlich unser Immunsystem. Darüber hinaus sind ätherische Öle in diesen winzigen Mengen auch verträglich für die Umwelt, wohingegen synthetische Duftstoffe schwerer abbaubar und unter anderem auch gefährlich für Mikroorganismen und Tiere in unseren Gewässern sind (vgl. Bayrisches Landesamt für Umwelt). Daher kann man getrost sagen, dass ätherische Öle auch im Putzwasser einen sinnvollen Beitrag leisten, sofern sie wohlüberlegt eingesetzt werden.

Tipp: bereits oxidierte Öle oder weniger frische ätherische Öle verwenden

Manche ätherischen Öle fangen bereits 6 Monate nach erstmaligem Öffnen an mit dem Luftsauerstoff zu reagieren, wodurch sich hautreizende Peroxide bilden können. Dies gilt insbesondere für fast alle Zitrusöle, ebenso für Nadelöle. Sie können dann Haut und Schleimhäute reizen. Jedoch eignen sie sich genau aufgrund dieser Eigenschaft besonders gut, um eventuelle Kalkrückstände und Schmutz auf Oberflächen zu entfernen. Also die genannten Naturdüfte nicht wegschmeißen, sondern zum Putzen aufbrauchen.

Diese Tipps zeigen, wie einfach es ist, aus wenigen Substanzen – viele davon sind ohnehin im Haushalt vorhanden – alle wesentlichen Bereiche des Frühlingsputzes abzudecken. Die Mischungen herzustellen macht Spaß , sie duften fein, sie kosten zudem nicht viel Geld und sind für die Umwelt verträglich. Außerdem kannst Du beim Selbermachen von Putzmitteln, immer auch die Düfte einsetzen, die Du momentan gerade magst und zur Verfügung hast. Somit wird Dein Frühjahrsputz zu einem duftend frischen Frühlingserlebnis!
 

Literaturnachweis: Bayrisches Landesamt für Umwelt: Spurenstoffe im Wasser. https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_125_spurenstoffe.pdf
Bildverzeichnis: © Aromapflege GmbH / Dieter Kühl - DK-Fotografie