Aromapflege für die Gesundheits- und Krankenpflege: Gesetzliche Rahmenbedingungen und Handlungsempfehlung

Während im Privatleben fast alles erlaubt ist, was niemandem schadet oder ausdrücklich verboten ist, sind in der professionellen Pflege rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, was den Einsatz von Aromapflege und deren Produkte betrifft. 


Was gesetzlich erlaubt ist und wie Du Aromapflegeprodukte sicher anwenden kannst, haben wir für Dich hier zusammengefasst.

Was ist Aromapflege?

Die Aromapflege ist eine anerkannte komplementäre Pflegemethode, die Teil der Pflanzenheilkunde ist. Wir arbeiten dabei mit pflanzlichen Produkten wie 100% naturreinen ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen, Hydrolaten und den daraus hergestellten Aromapflegeprodukten. Sie dient prophylaktischen und pflegerischen Maßnahmen mit dem Ziel, die Gesundheit zu erhalten, den Heilungsprozess zu unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. [1, S. 14]

Wer darf Aromapflege durchführen?

Die Anwendung komplementärer Pflegemethoden gehört zu den pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege gemäß § 14 Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG). Pflegeassistent*innen, Pflegefachassistent*innen, Altenfachbetreuer*innen und Schüler*innen dürfen die Aromapflege unter Anleitung durchführen. [1, S. 42]

Welche Maßnahmen dürfen Pflegepersonen im Rahmen der Aromapflege durchführen?

Klar von der Aromapflege zu unterscheiden ist die Aromatherapie, auch wenn diese grundsätzlich mit denselben Produkten arbeitet wie die Aromapflege. Die Aromatherapie ist in Österreich, wie alle therapeutischen Maßnahmen, Ärzt*innen vorbehalten. Sie beschäftig sich mit einer medizinischen Diagnose und der Heilung eines krankhaften Zustandes. Im Gegensatz zur Aromapflege, die Anwendungen über die intakte Haut oder den Geruchssinn vorsieht, umfasst die Aromatherapie auch die orale Anwendung und die Gabe von Zäpfchen. [1, S. 14-15].
 

Diese Maßnahmen darfst Du als Pflegeperson im Rahmen der Aromapflege durchführen:

Muss die Ärztin / der Arzt aromapflegerischen Maßnahmen zustimmen?

Nein, denn aromapflegerische Maßnahmen fallen laut §14 Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) in die Kernkompetenz des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege. Bewegst Du Dich innerhalb dieses Kompetenzbereiches, so obliegt Dir die Anordnungs- und Durchführungsverantwortung. Möchtest Du Aromapflege allerdings anwenden, wenn beispielsweise die Haut einer Patientin bereits gerötet ist, so fällt dies in §15 GuKG (Kompetenz bei medizinischer Diagnostik und Therapie) und Du musst die Maßnahme von der zuständigen Ärztin oder dem zuständigen Arzt anordnen lassen. [2]
 

Darf ich Aromapflegeprodukte selbst mischen?

Die Herstellung von Pflegeprodukten gehört nicht in den Aufgabenbereich der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson und ist daher auch berufsrechtlich nicht gestattet. Dazu zählt auch, das Mischen von fetten Pflanzenölen und ätherischen Ölen auf Vorrat. Mischst Du hingegen ätherische Öle mit einem Emulgator (z.B. Salz oder natürliche Seifengrundlage) für die Waschschüssel, ist das erlaubt. Das Waschwasser ist kein Endprodukt und daher pflegeindiziert möglich. 

Du möchtest jetzt gleich mit der Aromapflege in Deiner Institution beginnen? Die Aromapflege ist eine eigene Disziplin in der Pflege und bedarf einer gewissen Vorarbeit.

Aromapflege anwenden: Voraussetzungen für den Einsatz der Aromapflege in der professionellen Pflege

In erster Linie gilt, dass Du die beruflichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beachtest. Um die Aromapflege erfolgreich im Pflegealltag einzusetzen, hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:
1.    Zustimmung der Institutionsleitung / des Betreibers holen
2.    ausreichend Fachwissen über Aromapflege aneignen
3.    Aromapflege Schritt für Schritt implementieren (unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen)

Für den Einsatz von Aromapflegeprodukten im professionellen Pflegebereich gelten andere Bestimmungen als im Privatleben. Als diplomierte Gesundheits- und Pflegeperson bist Du zwar berechtigt, aromapflegerische Maßnahmen selbstständig durchzuführen, allerdings braucht es vorab eine ordnungsgemäße Implementierung der Pflegemethode Aromapflege. Nur so ist eine sichere, effiziente und erfolgreiche Anwendung von Aromapflegeprodukten möglich.

Du hast noch weitere Fragen? 

Bei weiteren Fragen kannst Du gerne anrufen. Unsere Mitarbeiter*innen im Kundenservice helfen Dir gerne weiter. Du erreichst uns unter der Nummer +43 (0) 5672 64 942 oder gerne auch per E-Mail info@aromapflege.com.

Ausbildungen & Kurse in der Aromapflege

Du möchtest die Anwendung der Aromapflege in Deinen Berufsalltag einbauen? Oder bist Du eine Pflegeperson in Ausbildung und Dir fehlen noch die Fortbildungsstunden im Bereich Aromapflege? In unserer Gesundheitsschule Evelyn Deutsch mit Standorten in Tirol und Wien können Pflegepersonen neben dem Aromapflege Basislehrgang und dem Aromapflege Aufbaulehrgang viele weitere Kurse und Lehrgänge im Bereich Aromapflege besuchen. Du kannst Dich dabei einfach online für die nächsten Seminartermine anmelden. Hier kommst Du zu unserem Lehrgangs- und Seminarangebot: https://www.aromapflege.com/aromapflege-schule-fachseminare

Literatur:

Literatur:
[1] Deutsch-Grasl E.; Buchmayr B.; Fink M. (2018): Aromapflege Handbuch. Leitfaden für den Einsatz ätherischer Öle im Gesundheits-, Krankenpflege- und Sozialbereich. Lechaschau: Aromapflege Verlag.
[2] Gesundheits- und Krankenpflegegesetz https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011026 (aufgerufen am 30.6.2020)