7 einfache Anwendungen aus der Aromapflege die helfen, Stress zu reduzieren

Dass chronischer Stress eine Gesundheitsgefahr darstellt und uns anfälliger macht für Krankheiten – auch was Viruserkrankungen betrifft - ist längst bekannt. Angst bedeutet im Grunde für den Körper nichts anderes als Stress und löst die gleichen biochemischen Reaktionen aus. Die Natur hält das ganze Jahr über unzählige hilfreiche Mittel bereit, die Dich in schwierigen Zeiten gezielt dabei unterstützen können, Stress und Anspannung abzubauen und damit Dein Immunsystem stärken.

Die folgenden 7 Tipps aus der Natur können Dich in stressigen Zeiten unterstützen und lassen sich gut in den Tagesablauf integrieren.

1. Baldriantinktur: Schlaf gut, sei beruhigt und finde zu Dir selbst

Baldrian ist ein altbewährtes Mittel aus dem Bereich der Heilkräuterkunde. Bei Schlafproblemen bedingt durch Unruhezustände, Nervosität oder wenn sich das Gedankenkarussell im Kopf unaufhörlich dreht, kann Baldriantinktur zum Einsatz kommen. Baldrian fördert die Schlafbereitschaft, dadurch wird die Einschlafzeit verkürzt und die Schlafqualität verbessert. Im Gegensatz zu manchen synthetischen Schlafmitteln wacht man morgens nicht „wie benebelt“ auf. Am Tag eingenommen beruhigt und entspannt Baldrian, ohne dabei müde zu machen. Er wirkt vielmehr ausgleichend und steigert die Konzentration und das Leistungsvermögen. Er ist damit auch ein exzellentes Mittel zur Burnout Prophylaxe, bei Prüfungsängsten oder wenn die Nerven angespannt sind.

Baldriantinktur anwenden: Wir empfehlen 2-3 Mal täglich 30 Tropfen täglich von unserer Baldriantinktur mit etwas Wasser verdünnt einnehmen.

Wichtig zu wissen: Baldrian hat eine verzögerte Wirkung, welche sich erst nach 2-3 Wochen Einnahme zeigt! Auch ist die Dosierung höher als bei anderen Tinkturen und eine zu geringe Dosis kann zu einer paradoxen (gegenteiligen) Wirkung führen (vgl. Bühring, S. 53; vgl. Schilcher et al, S. 66-68).

2. Körperwarme Ölkompresse: Bleib entspannt

Die körperwarme Ölkompresse ist eine sanfte Möglichkeit, um eine muskelentspannende, wohltuende oder schlaffördernde Wirkung zu erzielen. Die Wärme, zusammen mit den ätherischen Ölen, beeinflusst positiv die Gesundheit und fördert das Wohlbefinden. Bei belastenden Situationen bietet sich unser Anti Stress Öl an. Es sorgt mit Tonkabohne, Grapefruit und Sandelholz für mehr Gelassenheit und Ruhe.

Neben dem Aromapflegeprodukt Deiner Wahl brauchst du noch 2 Mullkompressen oder ein Leintuch, 1 Baumwollvlies oder Heilwolle oder ein kleines Handtuch, 1 Tuch zum Fixieren wie ein Wickel-Außentuch oder einen Schal, 1 Esslöffel und ev. eine Wärmflasche. In dieser Anleitung begleiten wir Dich Schritt für Schritt durch das Anwenden einer körperwarmen Ölkompresse. Tipp: In unserem „Bleib entspannt Set“ ist alles enthalten, was du für eine körperwarme Ölkompresse brauchst!

3. Fußbad mit ätherischen Ölen – entspannt von Fuß bis Kopf

Als „kleiner Bruder des Vollbades“ ist das Fußbad deshalb so beliebt, weil es schnell gemacht ist und große Wirkung zeigt. Ein warmes Fußbad am Abend kann beruhigen, entspannen und den Schlaf fördern. Fußbäder sind auch in der professionellen Pflege besonders beliebt, wenn es darum geht, Stress zu reduzieren, Wohlbefinden zu fördern und Entspannung hervorzurufen. Die ätherischen Öle verstärken die Wirkung des warmen Wassers. Ätherische Öle zur Unterstützung bei Stress oder seelischer Belastung sind zum Beispiel Lavendel fein, Atlaszeder und Vanille Extrakt . Gerne wird eines der 3 genannten ätherischen Öle mit 1 Tropfen Bergamottenöl kombiniert.

Fußbad machen: 1 – 3 Tropfen ätherisches Öl genügen für eine Fußwanne. Dafür am besten das Öl auf etwas Meersalz als Emulgator gut verteilen und dann ins Wasser geben. Das Wasser soll bis über die Knöchel reichen, die Dauer beträgt ungefähr 10 bis 15 Minuten, insgesamt sollten 20 Minuten nicht überschritten werden. Bei Venenproblemen ist es wichtig, die Wassertemperatur nicht zu heiß zu wählen und nach dem Fußbad noch einen Guss mit kaltem Wasser zu machen. Nach dem Bad werden die Füße leicht abgetrocknet und warm eingepackt (Socken anziehen). Anschließend lohnt es sich etwas nachzuruhen bzw. gleich ins Bett zu gehen, um wohlig entspannt zu schlafen.

4. Vollbad mit ätherischen Ölen - Eintauchen in die Entspannung

Im Badewasser genießen wir wohlige Wärme kombiniert mit herrlich duftenden ätherischen Ölen, deren Duftimpulse wir beim Baden über Nase und Haut aufnehmen. Um die wohltuende, leicht beruhigende Wirkung zu intensivieren, sollten Bäder vorzugsweise abends vor dem Zubettgehen genommen werden. Passende ätherische Öle für ein entspannendes Vollbad sind beispielsweise Lavendel fein, Atlaszeder und Vanille Extrakt .

Vollbad machen: Lasse zuerst das Badewasser einlaufen. Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser verbinden, müssen sie in einem Emulgator verrührt werden, bevor sie dem Badewasser zugegeben werden. Am besten eignen sich dafür 50 ml Sahne (Vorsicht Rutschgefahr), 3-4 EL Honig oder 2-3 EL Meersalz. Du kannst aber auch 3-4 EL natürliche, duftfreie Basisgrundlagen wie die Cocos-Schaumbasis von farfalla verwenden. Träufle für ein Vollbad 6 – max. 10 Tropfen des entsprechenden Öles bzw. aus einer Kombination der angeführten Öle auf den ausgesuchten Emulgator. Gib die Mischung in die bereits eingelaufene Badewanne und verrühre sie mit der Hand.

Empfohlene Badedauer: ca. 25 Minuten. Nach dem Bad nicht abduschen, sondern gleich in einen Bademantel schlüpfen oder in ein Badetuch einwickeln. Nimm Dir Zeit für eine Nachruhephase oder leg Dich gleich schlafen.

5. Fette Pflanzenöle für eine ausgeglichene Ernährung

Fette Pflanzenöle sind seit jeher für den Menschen sehr wertvolle Nahrungsmittel und Energiespender und essenziell für die Gesunderhaltung unseres Körpers. Entscheidend hierfür ist die Qualität der Öle, denn nur hochwertige Pflanzenöle enthalten wichtige Fettsäuren in ihrer ursprünglichen Struktur, wie Omega-3-Fettsäuren, lebensnotwendige Vitamine und Fettbegleitstoffe.

Essenzielle Fettsäuren (wie z.B. Omega-3-Fettsäure) sollten regelmäßig in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden. Borretschöl und Nachtkerzenöl sind reich an Gamma-Linolensäure, welche besonders in herausfordernden und stressigen Zeiten ein regelrechter Fitmacher für die Gesundheit ist (vgl. Pohl, S. 75). Der tägliche Löffel fettes Pflanzenöl kann also wie ein Lebenselixier wirken.

6. Ätherische Öle to go - Gute Laune für unterwegs

Auch außerhalb der eigenen vier Wände - im Büro, der Schule oder unterwegs - haben sich die ätherischen Öle als Soforthilfe bewährt. Als wahre Sonnenbringer unter den ätherischen Ölen gelten Zitrusschalenöle, besonders beliebt um „trübe Tage“ aufzuhellen sind Bergamotte, Orange und Grapefruit. Esther-haltige ätherische Öle wie beispielsweise Lavendel oder Bergamottminze sorgen für ganzheitliche Entspannung in stressigen Situationen.

Um Dich selbst mit ein paar Sonnenstrahlen zum Mitnehmen aufzuheitern, kannst du dir unseren DIY Roll-on „Sonnenbringer“ machen. Damit kannst Du bei Bedarf zur Aufmunterung jederzeit das Öl auf Pulse (Handgelenke) oder am Hals auftragen. Eine andere Möglichkeit, um die Düfte der Natur in der Hosentasche mitzunehmen, sind Riech- bzw. Inhalierstifte. Hier wird das ätherische Öl einfach auf das Duftvlies geträufelt und wieder gut verschlossen. Wann immer Du eine kleine Unterstützung im Alltag brauchst, halte Dir einen Riechstift mit den passenden ätherischen Ölen an die Nase und atme tief durch.

7. Waldbaden - enstpannt durch den Biophilia-Effekt

Diesen Effekt kennen wir alle – ein Spaziergang im Grünen oder allein der Anblick von Natur, Wald und Wiese entspannt uns und lässt uns zur Ruhe kommen. Beim „Waldbaden“ wird der Biophilia-Effekt genutzt, indem man bewusst langsam durch den Wald schlendert und die Umgebung mit allen Sinnen wahrnimmt. Gleichzeitiges Barfußlaufen erdet und lädt mit neuer Energie auf. Wie mittlerweile in Studien nachgewiesen wurde stärkt der Aufenthalt im Wald aufgrund der in der Waldluft enthaltenen Terpene (das sind die Hauptbestandteile der Nadelöle) auch ganz konkret unser Immunsystem.

Aber auch wer gerade nicht die Gelegenheit für ein ausgedehntes Waldbad hat, kann sich die ätherischen Öle der Nadelbäume, wie Weißtanne, Zirbe oder Fichte, mit ihrem hohen Gehalt an Monoterpenen zur Unterstützung nach Hause holen. Mittels Duftlampe oder auch als Raumspray lässt sich wunderbar ein „Waldbad“ imitieren.

  • Morgens : Baldriantinktur (30 Tropfen in Wasser verdünnt, nur Erwachsene)
  • Mittags: Baldriantinktur (30 Tropfen in Wasser verdünnt), 1-2 TL Nachtkerzenöl oder Borretschöl
  • Tagsüber: ein Spaziergang im Wald – „Waldbaden“ und Sonne genießen oder als Indoor-Alternative Walddüfte über den Zerstäuber, die Duftlampe oder „Gute Laune“ im Roll-On und Riechstift
  • Abends: Baldriantinktur (30 Tropfen in Wasser verdünnt) Fuß- oder Vollbad mit Ätherischen Ölen
  • Nachts: Körperwarme Ölkompresse mit dem Entspannungs-Set

Literaturnachweis:

Bühring U. (2018): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden und gesund bleiben. Stuttgart: Eugen Ulmer KG.

Pohl S. (2018): Das Ölbuch. Pflanzenöle kompakt erklärt. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

Schilcher, H. Kammere, S., Wegener,T. (2010): Leitfaden Phytotherapie Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag.

Bildverzeichnis:

Aromapflege.com | ©Dieter Kühl - DK Fotografie | Waldbild - Casey Horner, Unsplash