Diese heimischen Heilpflanzen helfen beim Entgiften 15.04.2019 16:07

Diese heimischen Heilpflanzen helfen beim Entgiften

Eine Frühjahrskur mit heimischen Pflanzen vitalisiert und verjüngt. Gerade im Frühjahr nehmen wir vermehrt eine Erschöpfung wahr, die Ursachen dafür können vielschichtig sein: das Wetter ändert sich, es wird wärmer und die Helligkeit nimmt zu. Die innere Uhr stellt sich nur langsam auf die veränderten Tages- und Nachtzeiten ein. Wer mit Wohlgefühl aus seinem Winterschlaf herausfinden will, kann jetzt gesunde pflanzliche Muntermacher einsetzen und sich eine wohltuende und regenerative Kur gönnen.

Die Lebensgeister erwachen - und doch fehlt noch das ersehnte Wohlbefinden

Im Frühling beginnt die Natur zu sprießen. Unser Energielevel steigt. Andererseits leiden aber viele Menschen unter Frühjahrsmüdigkeit. Lichtabhängige Hormone und sensible Steuermechanismen des Körpers tragen zu einer Umstellung von Kreislauf und Hormonproduktion bei. Temperaturschwankungen belasten den Organismus, Bewegungsmangel und vielleicht auch eine zu kalorienhaltige Ernährung während der Wintermonate machen sich jetzt bemerkbar. Im Winter ist unser Körper eher auf Zunahme und Speicherung gepolt – ein uraltes und in früheren Zeiten äußerst sinnvolles Programm. Es führt dazu, dass wir in der kalten Jahreszeit mehr essen und auch mehr Fett speichern. Im Gewebe sammeln sich „Schlacken“ (Stoffwechselendprodukte) an, was die Körperkräfte mindert. Die so genannte Frühjahrsmüdigkeit zeigt sich mit vielfältigen Symptomen: Kreislaufstörungen, Schweregefühl und Schlafstörungen, Hautirritationen, Müdigkeitserscheinungen und Haarausfall sind typische Phänomene.

Eine Kur im Frühjahr hilft dem Körper, sich zu erneuern

Wer seinen Organismus wieder in Schwung bringen will, kann sich mit Sonnenlicht, flotter Bewegung im Freien und vor allem mit Kräutern und Heilpflanzen verwöhnen, die direkt vor unserer Haustür zu finden sind und die uns mit ihren kostbaren Inhaltsstoffen bei der Verjüngung unterstützen. Damit wieder neue Energien wachsen, wird das Gewebe gereinigt und „Schlacken“ (Stoffwechselendprodukte) ausgeleitet. Eine solche Kur stärkt die Systeme der Ausscheidung. Neue aufbauende Prozesse und Funktionen können einsetzen.

Frühjahrskuren beleben und helfen dem Organismus, neue Kräfte zu entwickeln

Maßnahmen gegen die Frühjahrsmüdigkeit wirken besonders effektiv, wenn sie gezielt für einen bestimmten Zeitraum durchgeführt werden. Eine regelrechte Kur ist besonders hilfreich, weil die Ernährung und die Lebensweise für einige Wochen konsequente Umstellung erfahren. Es ist sinnvoll, sich für ein Kurprogramm zu entscheiden, bei dem der Genuss kostbarer Wirkstoffe den Erfolg steigert. Spezielle Tees, wie etwa Brennnesseltee, oder Mazerate mit den Wirkstoffen der Birke fördern die Entgiftung und stärken das Wohlbefinden. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Die Ernährung während dieser Zeit sollte leicht und vitaminreich sein. Um effektiv zu entschlacken, ist es wichtig, reichlich Wasser zu trinken. Regelmäßige Bewegung im Freien erhöht den Erfolg.

Heimische Kräuter bieten eine Fülle gesundheitsförderlicher Wirkstoffe

Birke, Brennnessel, Mariendistel oder Löwenzahn, vor unserer Haustür grünt und blüht es jedes Jahr in üppiger Fülle. Auch Gundermann, Gänseblümchen und Schlüsselblumen empfehlen sich als Heilpflanzen der Region. Entgiften mit Kräutern und Arzneipflanzen, die in unseren Breiten schon seit langem in der Naturmedizin zum Einsatz kommen, macht Spaß und bringt den ersehnten Erfolg. Folgende wichtige Heilpflanzen gehören seit alter Zeit zum bewährten Repertoire der Pflanzenheilkunde:

Die Brennnessel – durchspülend

Die Brennnessel ist wohl fast allen bekannt. Sie ist eine anspruchslose, aber traditionell wichtige Heilpflanze und gilt als hervorragendes Mittel für den Stoffwechsel. Als Bestandteil einer entschlackenden Kur kann sie nahezu Wunder vollbringen. All die Schlacken, die sich im Winter im Körper angesammelt haben, spült sie aus. Ob als Tee genossen oder als Zutat in der Suppe oder als Spinat gegessen, schmeckt sie zusammen mit anderen Kräutern wie der pure Frühling und verleiht neue Kräfte. Brennnesseltee aus frischen oder getrockneten Blättern entfaltet unter Zugabe von Zitronenschalenabrieb oder mit etwas Zitronensaft spritzige Frische. Verfeinert mit Apfelsaft wird dieser herb-krautige Tee zu einem besonderen Trinkgenuss.

Die Inhaltsstoffe der Brennnessel wirken auf den Organismus entwässernd und entsäuernd. Sie regen in ihrer speziellen Zusammensetzung die Harnausscheidung an. Die Pflanze ist eine wahre Nährstoffbombe, sie speichert Mineralien wie Kalium, Magnesium und Eisen, und sie enthält kostbare sekundäre Pflanzenstoffe in Form von Flavonoiden. Diese Stoffe wirken gemeinsam mit dem Kalium entwässernd. Bei konstanter Anwendung lässt sich sogar Wassereinlagerungen vorbeugen. Beachte: Bei Wasseransammlungen im Gewebe, welche durch eingeschränkte Nieren- oder Herztätigkeit entstanden sind, ist Brennnessel nicht zu empfehlen.

Die Birke – Schönheit für Haut und Haar

Die Birke ist eine Pflanze der nördlichen europäischen Regionen, doch sie ist auch in anderen Gebieten heimisch. Schon von alters her hat sie den Status eines heiligen Baums. Sie symbolisierte die jungfräuliche Göttin für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling. Kein Wunder, denn die Rinde junger Birken ist weiß, seidig und zart und macht den Baum zu etwas Besonderem.

Die Pflanzenheilkunde empfiehlt die Wirkstoffe der Birke vor allem für Haut und Haare und bei Nieren-Blasen-Problemen. Birkenblättern und Birkensaft wird eine hervorragende Wirkung zugeschrieben, wenn es um wassertreibende Funktionen ohne Reizung der Nieren geht. Der Pflanze wird zudem große Heilwirkung zugeschrieben bei Ekzemen und Flechten, bei Haarausfall und Augenringen. Sie gilt als wichtige Heilpflanze gegen die Frühjahrsmüdigkeit und fürs allgemeine Wohlbefinden.

Besonders wirkungsvoll ist der Birkensaft. Er wird im Frühjahr aus älteren Bäumen gewonnen. Seit langem gilt er als Substanz mit besonders gesundheitsförderlichen Eigenschaften. In der Zeit zwischen März und Mai transportieren die Bäume kostbare Nahrung aus den unterirdischen Wurzeln bis hinauf in die Knospen. Dieser Nahrungsstrom wird zur Saftgewinnung vorsichtig und nachhaltig angezapft. Er enthält zahlreiche Spurenelemente und Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium, Zucker, Fruktose und Natrium. Ein Mazerat aus Birke als Hautpflegeöl rundet die Kur ab.

Die Mariendistel – eine Wohltat für die Leber

Die Mariendistel stammt ursprünglich aus den Steppen Nordafrikas und aus dem südlichen Europa. Sie gedeiht am besten an warmen und trockenen Standorten. Die Pflanze wird bis zu 150 cm hoch. Sie entwickelt stachelige und weiß marmorierte Blätter und violette, kugelförmige Blüten. Im August oder September reifen die Früchte mit den Samen, die für Mariendisteltee verwendet werden.

Nach Mitteleuropa gelangte sie erst im Mittelalter. Schon damals, zu Zeiten von Hildegard von Bingen, galt sie als Heilmittel gegen Vergiftungen und Gelbsucht. Die heilsame Wirkung dieser Pflanze war sogar schon in der Antike bekannt. Plinius der Ältere, bekannt als der Urvater der Naturmedizin, sprach ihr schon vor fast 2000 Jahren eine gesundheitsförderliche Wirkung zu, die sich besonders auf die Gallenfunktion bezog.

Aus den samenartigen Früchten lassen sich Tinkturen und Tees herstellen, die unter anderem hervorragend bei Leber- und Gallenproblemen helfen. Der Wirkstoff Silymarin soll das Eindringen von Giftstoffen verhindern. Er schützt die empfindlichen Leberzellen, denn sie sind besonders stark mit der zerstörerischen Wirkung von Giften konfrontiert. Die Leber ist das Stoffwechselzentrum und außerdem die Entgiftungszentrale unseres Organismus. Durch Umwelt und Nahrung nimmt unser Körper immer mehr Gifte auf. Der Wirkstoff Silymarin schützt die Zellen vor der Wirkung dieser Giftstoffe und regt außerdem die Regenerationsfähigkeit der Leber an.

Auch das vegetative Nervensystem profitiert, denn die Inhaltsstoffe der Mariendistel entfalten eine stark entkrampfende Wirkung. Die Heilpflanze wird in der Naturmedizin als leberstärkendes, tonisierendes und anregendes Mittel eingesetzt. Ihre gesundheitsförderliche Wirkung entfaltet sie ebenfalls bei Allergien, Migräne und Verdauungsbeschwerden, und sie regt den Stoffwechsel an.

Für einen wohltuenden Tee stoßt man Mariendistelsamen mit dem Mörser an, übergießt 1-2 TL davon mit ca. 200 ml heißem Wasser und lässt sie ca. 10 Minuten ziehen. Danach siebt man den Tee ab und trinkt ihn in kleinen Schlucken, am besten vor den Mahlzeiten. Zerstoßene Mariendistelsamen passen auch wunderbar ins Essen, wie z.B. Müsli oder Joghurt. Idealerweise täglich 12-15 g fein gemörserte Samen dem Essen beigeben.


Die Verjüngungskur im Frühjahr: ein Geschenk für Körper und Geist

Wer sich für eine regenerierende Kur entscheidet, hat vielerlei Möglichkeiten. Eine Fülle heimischer Kräuter hilft beim Entschlacken. Im Zusammenspiel mit wohltuender Haut- und Körperpflege, leicht verdaulicher Ernährung und regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft können sich neue Kräfte bilden und Wohlgefühl und Lebensfreude wachsen.

Gesunde Power aus Brennnessel und Birke: Energiespendende und entgiftende 4-Wochen-Frühjahrskur mit verjüngenden Pflanzenwirkstoffen - folgendes Kurprogramm hat sich bewährt:

Kuranleitung für Frühjahrskur

Zwei Wochen lang mit Birkensaft kuren: 100 % naturreiner Frischpflanzensaft der Firma Drapal, Einnahme täglich 3 Esslöffel

anschließend

Zwei Wochen lang mit Brennnesselsaft kuren: 100 % naturreiner Frischpflanzensaft der Firma Drapal, Einnahme täglich 3 Esslöffel

Alternativ dazu:

Täglich drei Tassen Frühjahrsputztee:
Dafür einen Teelöffel Tee pro Tasse mit heißem Wasser übergießen und mindestens 10 Minuten lang zugedeckt stehen lassen. Nach dem Abseihen je nach persönlichem Geschmack 1:1 mit naturtrübem Bio-Apfelsaft vermischen.

Unterstützende Hautpflege während der 4-Wochen-Kur:

Lymphpflegeöl von Evelyn Deutsch Aromapflegeprodukte
2x täglich auf die "Problemzonen", wie Beine und Po, auf bevorzugt feuchter Haut auftragen und in Richtung Herz ausstreichen, damit der Lymphfluss angeregt wird. Dieses Öl wirkt tonisierend und wohltuend auf die Haut. Für den restlichen Körper einmal täglich Birkenblätter Ölmazerat als Körperöl verwenden. Dafür nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut auftragen und sanft einmassieren.

Während dieser Entschlackungs- und Reinigungskur ist es sinnvoll, auf Alkohol zu verzichten und nur zu leichtverdaulichen Speisen zu greifen. Birke und Brennnessel wirken sehr harntreibend, weshalb wir von einer Einnahme am späten Abend abraten. Schließlich sollte die Nachtruhe nicht von Harndrang gestört werden, denn auch ein angenehmer Schlaf sorgt für Vitalität und Kraft.


Bildquelle:
© Julian Rotert via Unsplash