Ätherische Öle richtig dosieren und verdünnen

Ätherische Öle richtig dosieren und verdünnen

Wenn Du die positiven Eigenschaften ätherischer Öle für Dich und Deine Familie nutzen möchtest, ist die richtige Dosierung das A und O!

Tatsächlich kannst Du mit der falschen Dosierung Deinen Liebsten im schlimmsten Fall sogar eher schaden als helfen.

Darum habe ich für Dich diesen Beitrag verfasst: Als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie geprüfte Aromatologin habe ich viele Patient*innen im Rahmen der Aromapflege mit ätherischen Ölen unterstützt. Ich verrate Dir, wie Du ätherische Öle für Dich zuhause richtig verdünnst und dosierst.

Das Beste: Ich habe Dir die Dosierungsempfehlungen in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst – dann musst Du nicht jedes Mal den ganzen Beitrag lesen.

Warum musst Du ätherische Öle verdünnen?

Pflanzen produzieren ätherische Öle, um sich selbst und andere vor Schädlingen, Krankheiten und Pilzen zu schützen.

Auch wir Menschen können von diesen positiven Eigenschaften für Körper und Geist profitieren: Dazu gewinnen wir die ätherischen Öle aus der Pflanze mittels Destillation oder Kaltpressung (Zitrusfrüchte). Manche Duftstoffe (z.B. solche von sehr empfindlichen Blüten) werden durch Extraktion gewonnen. Dann spricht man richtigerweise von einem Extrakt.

Ätherische Öle sind jedoch hochkonzentrierte Substanzen. Die Intensität von 1 Tropfen Melissenöl kannst Du Dir so vorstellen, als würdest Du 30 Esslöffel Melissenblätter gleichzeitig zerkauen. Mir ist ganz wichtig, dass Du verstehst: Ätherische Öle sind keine „Duftwässerchen“, sondern hochpotente Stoffe. Daher ist der Umgang und die richtige Dosierung ätherischer Öle wichtig für eine positive Wirkung ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Würdest Du bestimmte Öle pur auf die Haut auftragen erzielst Du nicht immer die gewünschte Wirkung. Im schlimmsten Fall kann Dir eine Überdosierung z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen oder sogar Hautreizungen verursachen. Darum werden ätherische Öle (bis auf wenige Ausnahmen) nicht pur, sondern verdünnt verwendet.

Nur selten werden ätherische Öle auch pur verwendet: Zum Beispiel, wenn Du einen Tropfen Lavendelöl auf einen Mückenstich gibst, um den Juckreiz zu lindern.

Bei der Körperpflege werden ätherische Öle wie folgt angewendet: Die ätherischen Öle werden zum Beispiel mit fetten Pflanzenölen (Mandelöl, Jojobaöl), Hydrolaten oder mit Wasser und Emulgatoren verdünnt. So kannst Du sie auch besser auf Deiner Haut verteilen.

Bei der Raumbeduftung können die Öle mittels Alkohol (Raumspray) oder Wasser (Diffuser) im Raum verteilt werden.

Anwendungserfolg der ätherischen Öle für Körper und Geist ist von drei Faktoren abhängig

  1. die Qualität der ätherischen Öle (nur 100% naturreine Öle garantieren Dir die erwünschte Wirkung),
  2. die richtige Dosierung und
  3. dem gezielten Einsatz.

Du musst also nicht nur darauf achten ob und mit was Du die ätherischen Öle verdünnst, sondern auch die Tropfenanzahl im Verhältnis. Tatsächlich kann eine Überdosierung eine gegenteilige Wirkung bzw. unerwünschte Nebenwirkung verursachen, wie z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen oder Haublog_dosierung-aetherische-oele-duftstein-aromablatt_web.jpgtreizungen. Mein Lieblingsleitsatz lautet: Lieber Zuwenig als Zuviel.

Warum ist die richtige Dosierung der ätherischen Öle so wichtig

Eine zu hohe Dosierung könnte sich sogar negativ auf Körper und Geist auswirken.

Ich warne bewusst vor einer „zu hohen“ Dosierung, da viele denken „ach das ist ja alles pflanzlich, hilft es nichts, so schadet es auch nicht“. Das stimmt nicht! Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Substanzen und müssen entsprechend verdünnt, richtig dosiert und zielgerichtet eingesetzt werden.

Die richtige Dosierung hängt von diesen drei Faktoren ab:

  1. Alter (Baby, Kinder bis 10 Jahre, Jugendliche und Erwachsene)
  2. Hautbeschaffenheit (z.B. gereizte Hautstellen)
  3. körperliche und seelische Befindlichkeit

Damit Du für Dich und Deine Liebsten die richtige Dosierung für zuhause findest, kannst Du Dich an die Arndt-Schulze-Regel halten:

Die richtige Dosierung ätherischer Öle

In der Aromapflege und Aromatherapie wird die Dosierung in Prozent dargestellt. Der Prozentsatz steht für das Verhältnis der Tropfenanzahl des ätherischen Öls und der Verdünnung mit einem Trägeröl (z.B. Mandelöl), Emulgator (z.B. Sahne) oder Hydrolat.

Die Dosierungsempfehlung im Rahmen der Aromapflege greift auf eine altbewährte Regel zurück: die Arndt-Schulze Regel. Diese Regel besagt, dass schwache Reize die Lebensenergie entfachen und stärkste Reize diese aufheben. 

Konkret lässt sich davon folgende Dosierungsempfehlung ableiten:

2 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml fettes Pflanzenöl = 1%-ige Mischung

Wenn Du also irgendwo liest, dass für Anwendung xy eine Dosierung von 1% empfohlen wird, dann kannst Du Dich an diese Formel halten. Sie ist praktisch für Zuhause. Du kannst dabei zwischen „niedriger Dosierung“ (0,5-1%), „mittlerer Dosierung“ (1-2%) und hoher Dosierung (2-3%) unterscheiden.

In der Aromapflege werden ätherische Öle eher niedriger dosiert – Eine Dosierung von 3% und höher kommt eher in der professionellen, medizinischen Aromatherapie zum Einsatz.

Wann verwendest Du eine niedrige (bis 1%), mittlere (1-2%) oder eine hohe Dosierung (2-3%)?

Bevor Du jetzt gleich loslegst und die ätherischen Öle in fette Pflanzenöle und Co. träufelst, solltest Du wissen, wann Du welches Dosierungsverhältnis verwendest. Die Mischung soll wohlduftend, hautfreundlich, wirkungsorientiert und für den jeweilig geistigen und körperlichen Zustand geeignet sein.

Abgeleitet aus der “Arndt-Schulze-Regel” ergeben sich für die Aromapflege folgende Dosierungsempfehlungen:

Niedrige Dosierung (bis 1%) für großflächige Anwendungen wie:

  • die tägliche Hautpflege
  • großflächige und länger andauernde Anwendungen
  • zarte, empfindsame, dünne Haut, die zu Rötung neigt
  • die Anwendung an Schleimhäuten (z.B. Mundpflege)
  • die Stärkung des Immunsystems
  • die Unterstützung der psychischen Gesundheit (z.B. bei Stress, Ängsten, Traurigkeit)
  • für Kinder, Schwangere, ältere Menschen sowie psychisch labile Menschen

Mittlere Dosierung für (1-2%) für Teilkörperanwendungen wie:

  • z.B. Einreibung der Brust oder dem Nacken (z.B. bei Verspannungen)
  • Duschgels, Badezusätze für Erwachsene
  • Massageöle
  • Raumsprays

Hohe Dosierung (ab 2-3%) für lokale, kleinflächige & kurzzeitige Anwendungen

Wie bereits erwähnt: Die hohe Dosierung wird meist im Rahmen der professionellen, medizinischen Aromatherapie verwendet. Für Deine Anwendung zuhause reichen die niedrige bzw. die mittlere Dosierung. Nur in wenigen Fällen solltest Du über 2% dosieren:

  • z.B. für Roll-ons, die nur auf den Pulsen oder hinterm Ohr angewendet werden

Wie viele Tropfen ätherisches Öl sind das? (Übersichtstabelle)

Damit Du jetzt beim Dosieren nicht immer den Taschenrechner auspacken musst, habe ich für Dich eine übersichtliche Tabelle erstellt.

Dosierung (Tropfenanzahl) ätherischer Öle Erwachsene:

Dosierung ätherischer Öle (Tropfenanzahl) für Babys & Kinder

© Alexander Wagner

Die Dosierungsempfehlung für Babys und Kinder lässt sich nicht so leicht darstellen wie bei den Erwachsenen. Hier spielt nämlich auch die Auswahl der ätherischen Öle eine noch wichtigere Rolle. Ich versuche, Dir mit der folgenden Erklärung eine Orientierung zu geben:

  • Für Säuglinge bis zu 1 Jahr empfehle ich KEINE ätherischen Öle. Auch wenn viele Eltern es „gut“ meinen, für die tägliche Hautpflege des kleinen Schützlings reicht Mandelöl und Rosenwasser.
  • Bei Babys, Kleinkindern und Kindern bis zu 6 Jahren solltest Du ätherische Öle nur mit Vorsicht verwenden (großflächige Anwendungen mit ätherischen Ölen wie etwa in einem Körperöl eher nicht anwenden). Entscheidend ist auch die Auswahl des Öls. Das heißt, dass Du bis zu diesem Alter nicht 1:1 dieselben Öle verwenden kannst, wie bei Erwachsenen. Bei der Dosierung sollte der Anteil ätherischer Öle maximal 0,5% sein, sprich:
  • 1 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml fettes Öl.
  • Für Kinder von 6 bis 10 Jahren kannst Du die Dosierung der Erwachsenen halbieren. Beachte aber wieder, dass Du auch bei dieser Altersgruppe auf manche ätherischen Öle verzichtest (z.B. Pfefferminze).

Ich weiß, Du möchtest Deinem kleinen Liebling etwas Gutes tun und suchst nach einer konkreten Dosierungsempfehlung. Leider ist das Thema Kinder & ätherische Öle sehr sensibel und nur zielführend, wenn wir verantwortungsvoll damit umgehen.

Die gute Nachricht ist: Mit meinem Wissen über ätherische Öle habe ich eigene Kinderprodukte mit einer sicheren Dosierung entwickelt. Falls Du also auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst Du auf meine Evelyn Deutsch Kinderserie zurückgreifen. Dabei handelt es sich um speziell für die Baby- und Kinderpflege hergestellte Aromapflegeprodukte. So kannst Du zum Beispiel auch mal ganz gezielt, kurzfristig ein Bäuchleinöl für Deinen kleinen Schützling nützen.

Dosierung für Diffuser, Duftlampen, Raumsprays & Co.

Bei der Raumbeduftung mit ätherischen Ölen gilt eine andere Dosierungsempfehlungen . Die richtige „Menge“ kann von Raumgröße zu Raumgröße variieren. Zur Orientierung kannst Du Dich an diese Dosierungsempfehlungen halten:

Dosierung für Diffuser und Duftlampe

Aromavernebler

  • 3-7 Tropfen
  • Die Tropfenanzahl richtet sich nach Raumgröße, Intensität, Zimmertemperatur und Benutzung Klimaanlage
  • Du kannst die „richtige Dosierung“ so feststellen: Fang mit wenigen Tropfen an. Wenn Du den Raum betrittst, sollte ein angenehmer Duft in der Luft liegen. Ist er zu zart, kannst Du weitere Tropfen hinzufügen. Ist der Duft zu stark hast Du zu hoch dosiert. In dem Fall solltest Du den Aroma Diffuser gleich ausschalten oder die Kerze der Duftlampe ausblasen. Dann entfernst Du überschüssige Öltropfen von der Wasseroberfläche mit einem saugfähigen Tuch, z.B. einem Taschentuch. Anschließend musst Du den Raum gut durchlüften.

Dosierung für Duftsteine

Aromalbatt Duftstein

  • 2-10 Tropfen.
  • Am Nachtkästchen (zur Einschlafförderung) oder am Schreibtisch (zur Konzentrationsunterstützung) sind 2 Tropfen ausreichend
  • Am stillen Örtchen darf´s gern etwas mehr sein

Dosierung für Raumspray

  • 30-40 Tropfen auf 100 ml Bio-Alkohol mit mindestens 70% Vol.

Dosierung für Inhalation & Fußbäder

Dosierung für Inhalation

Inhalation mit Ätherischen Ölen

  • 1-2 Tropfen pro Inhalation in ca. 2 Liter dampfendes, heißes Wasser geben (Achtung: keinesfalls kochend-heißes Wasser verwenden! Hier besteht Verbrühungsgefahr für die empfindliche Gesichtshaut und Schleimhäute).

Dosierung für Fußbad

  • 3-4 Tropfen in 2 bis 3 Liter warmes Wasser.
  • Hinweis: Die ätherischen Öle sind nicht wasserlöslich. Sie brauchen dazu einen natürlichen Emulgator – Du kannst zum Beispiel Salz, Honig, Obers oder eine Cocos-Schaumbasis mit ins Wasser geben.

Du möchtest jetzt gleich ätherische Öle zu Hause verwenden?

Ich hoffe der Beitrag hilft Dir in Zukunft ätherische Öle in der täglichen Anwendung richtig zu dosieren.

Im Aromapflege Online-Shop findest Du mehr als 100 ätherische Öle, die Du einfach online bestellen kannst. Du kannst auch Produkte zum Verdünnen für die Anwendung kaufen wie fette Pflanzenöle (Mandelöl und Jojobaöl), Hydrolate, Cocos Schaumbasis und mehr…

Für meine Kund*innen, die bei der korrekten Dosierung auf Nummer sicher gehen wollen, habe ich meine Evelyn Deutsch Produktserie kreiert. Die Jugend- und Erwachsenen-Produkte sowie die Produkte speziell für Kinder und Babys sind bereits mit der „richtigen“ Menge an ätherischen Ölen hergestellt.

Da kannst Du garantiert nichts falsch machen. smiley

Herzlichst,
Evelyn Deutsch

 

Ja, ich möchte jetzt ätherische Öle kaufen

 

Disclaimer: Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ist das Selbermischen von Aromapflegeprodukten (zur Anwendung an Patient*innen) berufsrechtlich nicht gestattet. Mehr zum Thema wie Pflegepersonen die Aromapflege anwenden können findest Du unter diesem Link: https://www.aromapflege.com/wie-aromapflegeprodukte-als-pflegeperson-einsetzen-gesetzliche-bedingungen

Quellen: Aromapflege Handbuch, Praxis Aromatherapie, Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe Bildverzeichnis: © Aromapflege / Dieter Kühl - DK Fotografie: Bild 1, Bild 4-7, © Aromapflege / Alexander Wagner: Bild 2-3, Grafik: Markus Hechenberger - markushechenberger.net